Kraftstoffe

Palmöl im Biosprit ist Reizthema

Pflanzliche Fette
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 02.02.2021 - 16:11

Dass die EU Palmöl als fortschrittlichen Ausgangsstoff der Biokraftstoffproduktion einstuft, betrachtet die CDU/CSU-Fraktion als unverständlich.

Die Bundesregierung will am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) im Verkehrsbereich auf den Weg bringen. Hierzu warnte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Georg Nüßlein, die Palmölproduktion durch die Hintertür zu fördern.

Zu langsamer Ausstieg

Er sieht Nachbesserungsbedarf. Während Deutschland einen schrittweisen Ausstieg bis 2026 vorsehe, würden andere EU-Staaten ambitionierter vorgehen. Dies könne dazu führen, dass zunächst weit mehr Palmöl bei in Deutschland zum Einsatz kommt als bisher. "Hier hätten wir vom Bundesumweltministerium mehr Mut erwartet", sagte Nüßlein.

Umweltschädlich sei zudem die Förderkulisse, die künftig in Deutschland für den Einsatz von Abwässern aus der Palmölproduktion (POME) gelten soll. Dass die EU POME als fortschrittlichen Ausgangsstoff der Biokraftstoffproduktion einstuft, sei unverständlich, weil er doch erst bei der Palmölproduktion entstehe. Besonders problematisch werde diese Fehlentscheidung durch die jetzt in Deutschland vorgesehene Doppelanrechnung im Falle eines Überschreitens der gesetzlichen Unterquote für fortschrittliche Biokraftstoffe. So entstehe ein zusätzlicher starker Förderanreiz. Hier sei POME zwingend auszunehmen. Denn alles andere untergrabe unsere Nachhaltigkeitsbemühungen und mache Deutschland zum Treiber der Palmölproduktion.