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Erneuerbare Energie

Niedermoor: Mähgut treibt Heizkraftwerk an

Moornutzung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 21.12.2021 - 14:56

Wie kann eine Nutzung von Mooren nach einer Renaturierung aussehen? Dazu ein Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern.

Wie Erhalt und Wiederherstellung ursprünglicher Landschaften und Ausbau nachhaltiger Erzeugungskapazitäten zusammen umgesetzt werden können, soll das Niedermoormasse-Heizkraftwerk in Malchin zeigen.

Seit der Inbetriebnahme des Niedermoormasse-Heizkraftwerkes werden jedes Jahr um die 5.000 Ballen Niedermooraufwuchs in nachhaltige Wärme umgewandelt. Das sind etwa 800 bis 1.200 Tonnen Brennstoff, die in einem speziell für das Heizkraftwerk entwickelten Verfahren in Wärme umgewandelt werden. Der Brennstoff wird dabei zu 90 Prozent von wiederhergestellten Niedermoorflächen entnommen, die gleichzeitig als CO2-Senke dienen. Der Rest des Heizmaterials wird zur Deckung des Energiebedarfes durch Holzhackschnitzel ergänzt.

Nennwärmeleistung von 800 kW

Das Kraftwerk versorgt mit einer Nennwärmeleistung von 800 Kilowatt circa 490 Wohnungen, zwei Schulgebäude sowie mehrere Bürogebäude mit nachhaltiger Wärme. Damit werden pro Jahr knapp 400.000 Liter Heizöl eingespart. Ab 2023 soll durch eine Kooperation des Kraftwerks mit dem städtischen Wohnungsbauunternehmen WOGEMA ein Großteil der Gebäude des Stadtgebiets mit bis zu 75 Prozent erneuerbarer Fernwärme versorgt werden. Diese Kooperation soll vor allem die Mieter entlastren, da so die steigenden Heizkosten durch die Besteuerung von CO2 zu großen Teilen abgefangen werden können.

Mit Material von Agentur für Erneuerbare Energien