Biogassubstrat

Körnermaisstroh für die Biogasanlage gut geeignet

Biogas
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 04.06.2021 - 09:39

Körnermaisstroh bietet gute Voraussetzungen als ergänzendes Substrat für die Biogasanlage. Dies ergab ein 3-jähriges Forschungsprojekt der LfL.

Körnermais ist ein mit wenig Aufwand zu gewinnendes und auch wirtschaftlich interessantes Substrat für die Biogasanlage. Es weist eine gute Silierbarkeit sowie eine Methanausbeute von rund 90 Prozent im Vergleich zu Silomais auf.

Im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) wird der Einsatz von Mais und Getreidekörnern unter § 39 i um weitere vier Prozent verringert und auf 40 Masseprozent begrenzt. Es werden somit ergänzende Substrate, die nicht unter den „Maisdeckel“ fallen und die ohne Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion mit anderen Feldfrüchten produziert werden können, zunehmend interessant. Maisstroh eignet sich als Koppelprodukt ohne zusätzlichen Flächenbedarf aber mit einem hohen Biomassepotential als ideales Substrat zur Nutzung für die Biogasanlage.

Lässt sich gut silieren

Die LfL fand heraus, dass das Substrat über sehr gute Konservierungseigenschaften verfügt und die gewonnenen Silagen qualitativ sehr hochwertig und aerob stabil sind. Zudem wurden bei der Ernte arbeitswirtschaftliche Daten samt Einflussfaktoren erhoben, um der Praxis weitere Hilfestellungen für die Erntelogistik zu liefern. Für die Nutzung in der Biogasanlage haben die LfL-Forscherinnen und Forscher Versuche in Durchflussfermentern sowie vergleichende Untersuchungen auf Praxisbiogasanlagen durchgeführt. Das Ziel dabei war es, beim Einsatz von Körnermaisstroh Ergebnisse in Bezug auf die Gärbiologie, die Gasausbeute, die Gasqualität und auf die energetische Effizienz der Gesamtanlage zu generieren.

Neben den positiven Ergebnissen zur Vergärung von Körnermaisstroh können auch die Bodenbearbeitungsschritte durch die Abfuhr von rund 50 Prozent der Biomasse nach dem Drusch erleichtert werden. Der Einsatz eines Mulchers oder Schwadmulchers bei der Ernte von Körnermaisstroh kann den Rotteprozess der Erntereste begünstigen. Weiterhin ist zu erwarten, dass das Risiko der Übertragung von Fusarien auf die Folgekultur reduziert, und gleichzeitig der Maiszünsler bekämpft wird.

Frei verfügbares Koppelprodukt

Das Substrat liegt frei zur Verfügung auf dem Feld und kann mithilfe weniger technischer Anpassungen rentabel genutzt werden. Das zeigt die Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Kosten von unter fünf Cent pro Kilowattstunde erzeugten Stroms veranschlagt. Wichtig sind eine entsprechende Erntetechnik, sowie ein sorgfältiges Silomanagement bei ausreichender Verdichtung im Siloraum. Nur so kann eine hohe aerobe Stabilität von Maisstroh im Fahrsilo gesichert werden.

Die Ergebnisse der beprobten Praxisbetriebe zeigten, dass für die Fermenterbiologie lediglich eine kurze Adaptationsphase beim Einsatz von Körnermaisstrohsilage zu erwarten ist. Ein Hinweis auf eine Hemmung des Biogasprozesses konnte in keinem der Versuche festgestellt werden. Allerdings ist eine für längeres Material geeignete Eintrags- und Rührtechnik beim Fermenter erforderlich. Somit können Probleme beim Substrateintrag, wie Brückenbildung oder Schwimmdecken im Fermenter, verhindert werden.

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