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Erneuerbare Energien

Holzenergie: Wenig Konstruktives aus dem Umweltbundesamt

Pelletsheizung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 22.02.2022 - 13:04

Widersprüchlich: Das Heizen soll zukünftig mehr auf Erneuerbaren Energien basieren. Gleichzeitig stellt das Umweltbundesamt mit Holz das wichtigste erneuerbare Heizmaterial in Frage.

Abreißen ohne vorher neu zu bauen und sich dann wundern, wenn die Leute auf der Straße stehen. So muten die politischen Forderungen des Umweltbundesamt an. Die Behörde rät vom Heizen mit Holz ab. Verbände aus der Holzbranche mahnen nun zu einem differenzierteren Umgang mit den Thema.

Ohne Holz ist weder die Bau- noch die Energiewende zu schaffen

Deutschland steht vor der enormen Herausforderung von gegenwärtig knapp 16 auf 50 Prozent erneuerbarer Energien im Wärmebereich im Jahr 2030 zu kommen. Ohne den Einsatz von Holz wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein, so die Einschätzung eines breites Bündnisses aus fast einem Dutzend Verbänden, dem unter anderem der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) sowie die AGDW – Die Waldeigentümer angehören. In einem offenen Brief hat sich das Bündnis nun an das Umweltbundesamt gewandt.

Kontraproduktive Empfehlung des Umweltbundesamtes

„Die Empfehlung des Umweltbundesamtes, auf das Heizen mit Holz aus Umweltschutzgründen zu verzichten, haben wir mit großer Sorge aufgenommen“, sagt Julia Möbus, Geschäftsführerin des DeSH. Diese Äußerung komme einem Generalangriff auf die Holzenergie gleich: „Wir fordern eine differenzierte Darstellung und Kommunikation des Umweltbundesamtes zur modernen und effizienten energetischen Holznutzung ein", regt Möbus an.

„Vor dem Hintergrund der Energiewende ist diese Empfehlung kontraproduktiv“, sagte Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer zur Äußerung des Bundesumweltamtes und ergänzt, „darüber hinaus ignoriert sie den neuesten Stand der Technik bei den Holzheizungen, die Emissionsreduktionen von bis zu 90 Prozent ermöglichen.“

Holzenergie leistet großen Beitrag zur Wärmewende

Aktuell werden knapp 16 Prozent erneuerbare Energien im Wärmebereich genutzt. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mindestens auf 50 Prozent zu kommen.

Holz trägt zu zwei Drittel einen entscheidenden Anteil zu der erneuerbaren Wärme bei. Der Einsatz von Resthölzern, Nebenprodukten oder nicht mehr für den Holzbau verwertbarer Hölzer als Energiequelle leistet einen klimaschonenden Beitrag für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem im Sinne der deutschen Bioökonomiestrategie.

Holzpellets für eine effiziente Wärmeerzeugung

Der DeSH hebt zudem hervor, dass moderne Technik und Brennstoffe bereits für deutlich reduzierte Emissionen sorgen. Effiziente Holzfeuerungsanlagen, die mit Holzpellets betrieben werden, verringern Feinstaubemissionen um bis zu 90 Prozent, weisen einen höheren Wirkungsgrad auf und schonen damit Ressourcen. Der Austausch alter Holzöfen oder fossil betriebener Heizungen durch moderne Anlagen trage damit zum Klima- und Gesundheitsschutz entscheidend bei.

"Gerade im Gebäudebereich kann die Holzenergie ihre Stärken ausspielen und auf lokal verfügbare, nachhaltige Holzressourcen zurückgreifen. Zusammen mit dem Holzbau reduziert Holzenergie also die Emissionen im Gebäudebereich nachhaltig und schützt somit das Klima“, so Möbus abschließend.