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Erneuerbare Energie

Brennholz: Gut ein Drittel heizt mit Holz

Brennholz-Feuer
Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 17.11.2022 - 08:46

Laut Studie heizt jeder zehnte Haushalt ausschließlich mit Holz. Steigender Anteil erwartet.

Freising/Straubing Mehr als jeder dritte Haushalt in Bayern heizte 2020 mit Holz. Jeder zehnte Haushalt nutzte Holz ausschließlich zum Heizen. Das geht aus der Studie zum Energieholzmarkt in Bayern hervor, die C.A.R.M.E.N. e. V. und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erstellt haben.

Laut Studie ist der Anteil der privaten Haushalte, die in Bayern mit Holz heizen können, in den vergangenen Jahren auf 35 % gestiegen. Da in den mit Holz heizenden Haushalten überdurchschnittlich viele Personen leben, sind es mindestens 42 % der Bevölkerung, die ihre Wärmeversorgung mit Holzenergie absichern können.

Energieholzbedarf wird zunehmen

Die Studie hat aber die aktuelle Energiekrise aufgrund des Ukrainekriegs noch nicht erfasst. Viele Menschen besinnen sich aus Sorge um ihre Wärmeversorgung im nächsten Winter wieder auf Holz als Brennstoff. So sind die Preise für Brennholz und für Kaminöfen 2022 deutlich gestiegen, viele Brennholzhändler bereits ausverkauft und die Lieferzeiten für neue Kaminöfen teils deutlich länger als ein halbes Jahr. Die Studienautoren rechnen daher damit, dass der Energieholzverbrauch nochmals deutlich zunehmen wird. Das Ausmaß dieser Veränderung wollen sie in einer Folgestudie darstellen.

20.000 Holz-Biomassekraftwerke sorgen zusätzlich für Wärme

„Mehr als ein Drittel der Haushalte in Bayern können sich mit Wärme aus Holz versorgen und gelassen dem Winter entgegen sehen“, meint daher Dr. Herbert Borchert, zuständiger Abteilungsleiter an der LWF. Meistens ist der Holzofen dabei nur eine zusätzliche Energiequelle. Doch 12 % der Haushalte heizen überwiegend oder allein mit Holz. Darüber hinaus gibt es rund 20.000 Holzfeuerungen außerhalb der Privathaushalte. Diese versorgen über Nahwärmenetze nicht nur Wohnhäuser, sondern beispielsweise auch Schulen, Krankenhäuser, Schwimmbäder, Gewerbebetriebe und Bürogebäude mit Wärme aus Holz. In Bayern produzieren rund 400 dieser Anlagen zusätzlich auch Strom.

Großteil des Brennholzes ist Restholz

Insgesamt wurde im Jahr 2020 eine Holzmenge von knapp 19 Mio. m³ für Wärme und Strom verwendet. Im Vergleich dazu wurden etwa 17 Mio. m³ Holz zu Schnittholz, Papier, Zellstoff oder Spanplatten verarbeitet. Nur ein Teil des energetisch genutzten Holzes kommt als Brennholz oder Hackschnitzel direkt aus dem Wald. Ein großer Teil entfällt auf Holzreste, die bei der Verarbeitung von Holz zum Beispiel in Sägewerken anfallen, und gebrauchtes Holz, wie Bretter, Balken und alte Spanplatten, die in großen Heizkraftwerken mit hocheffektiven Rauchgasreinigungsanlagen verbrannt werden.

Heizungstausch läuft auf Hochtouren

Die Befragung von 1.000 repräsentativen Haushalten ergab, dass fast ein Viertel der privaten Haushalte, die mit Holz heizen, in den vorausgegangenen fünf Jahren eine neue Holzfeuerung angeschafft hatten. Bei der Hälfte dieser Haushalte erfolgte dies als Ersatz für eine alte Anlage. Die Hälfte der Haushalte, die während der vorausgegangenen fünf Jahre eine Anlage stillgelegt hatten, taten dies aufgrund gesetzlicher Bestimmungen. Dies dürfte auf die Stilllegungsverpflichtungen für alte Öfen in der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung zurückzuführen sein.

Der Heizungsaustausch sei somit in vollem Gange, weshalb eine weitere Verbesserung der Luftqualität zu erwarten sei, heißt es in der Studie. So sind die Feinstaubemissionen der privaten Haushalte (Partikel < 2,5 µm) in Deutschland seit 1995 bereits um rund die Hälfte gesunken.

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