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Bioenergie

Biokraftstoffproduktion auf 7 % der Anbaufläche

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 21.01.2022 - 09:03

Regional ist die Biokraftstoffproduktion zumeist dort angesiedelt ist, wo es Rohstoffüberschüsse gibt.

Biokraftstoffe

2020 wurden weltweit auf 1,4 Mrd. ha Kulturpflanzen wie Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen, Obst, Gemüse, Nüsse u.a. angebaut. Von diesen Produkten wurde das meiste zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt. Nur auf rund 7 Prozent der Anbaufläche wurden Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion erzeugt.

Dabei zeichnet sich laut Union zur Förderung von Öl- und Proteienpflanzen (Ufop) sehr deutlich ab, dass die Biokraftstoffproduktion zumeist dort angesiedelt ist, wo es ohnehin Rohstoffüberschüsse gibt (v.a. Mais und Soja). Ohne Biokraftstoffe müssten diese Mengen am Weltmarkt platziert werden, was die Rohstoffpreise stark belasten würde. Die Biokraftstoff-Verwendung verringert nach Einschätzung der Ufop den Produktionsüberhang, sorgt für eine zusätzliche Wertschöpfung und verringert den Bedarf an Devisen für den Import von Rohöl oder fossilen Kraftstoffen. Dieses Problem betreffe besonders die ärmeren Länder.

Eiweißfutterfuttermittel als Nebenprodukt

Einen weiteren Vorteil sieht die Ufop im gleichzeitigen Anfall von hochwertigen Eiweißfuttermitteln bei der Biokraftstoffherstellung. Deren Bedarf steige stetig. Der Anteil und die Qualität der Eiweißfuttermittel nehmen maßgeblich Einfluss auf die Preise der Rohstoffe. Sie bestimmen somit auch den Umfang der Anbauflächen.

Im Bedarfsfall stehen die Rohstoffe, die für die Biokraftstoffproduktion angebaut wurden, in erster Linie der Nahrungsmittelversorgung zur Verfügung. Im Falle einer politisch motivierten Extensivierung des Ackerbaus, wie dies die EU-Kommission aktuell mit ihrer Reduktionsstrategie für Dünge- und Pflanzschutzmittel im Rahmen des „Green Deal“ verfolgt, würde diese Angebotsoption zur „Pufferung“ der Nahrungsmittelnachfrage wegfallen, merkt die Ufop an.