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Erneuerbare Energie

Biokraftstoffe: Über 13 Mio. t Treibhausgase eingespart

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 16.12.2021 - 15:11

BLE-Bericht zeigt für 2020 ein Drittel mehr Absatz für Biokraftstoffe.

E10-Tankstelle

Biokraftstoffe haben 2020 im Schnitt 83 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als fossile Kraftstoffe. Damit konnten die Produzenten von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan das hohe Einsparniveau des Jahres 2019 halten. Das geht aus dem veröffentlichten „Evaluations- und Erfahrungsbericht für das Jahr 2020“ der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) hervor. Laut BLE-Bericht ist der Absatz von Biokraftstoffen 2020 in Deutschland um 36 Prozent gestiegen, damit haben sie eine Rekordeinsparung von rund 13,2 Mio.t CO2 erreicht.

„Bei deutlich gestiegenen Mengen haben nachhaltige Biokraftstoffe ihre exzellente Treibhausgasbilanz der vergangenen Jahre bestätigt. Auch zukünftig werden Biodiesel, Bioethanol und Biomethan dringend benötigt, um die Emissionen im Straßenverkehr zu senken und die Klimaziele zu erreichen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Mineralölfirmen nutzen fast ausschließlich Biokraftstofffe

Die Mineralölindustrie ist durch die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) gesetzlich verpflichtet, den Treibhausgasausstoß ihrer Kraftstoffe im Vergleich zu 2010 zu senken, im Jahr 2020 um 6 Prozent. Dazu verwendet sie bisher fast ausschließlich Biokraftstoffe. Laut BLE-Bericht nutzten die Mineralölunternehmen 2020 zur Quotenerfüllung zu 53 % Biodiesel, zu 26 % HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) und zu 18 % Bioethanol.

Dabei müssen alle Biokraftstoffe nachhaltig produziert werden. Das bedeutet, dass sie eine Treibhausgasminderung von mindestens 50 Prozent im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen bringen müssen. Zudem dürfen für die Rohstoffherstellung keine schützenswerten Flächen wie Regenwälder oder Torfmoore genutzt werden. Auditoren prüfen weltweit, ob diese Vorgaben eingehalten werden. „Biokraftstoffe erreichen heutzutage teilweise Treibhausgaseinsparungen von über 90 Prozent“, sagte Baumann. Die Biokraftstoffproduktion gewährleiste auch eine hochwertige Nutzung von Abfällen und Reststoffen.

Reststoffe und Raps sind die wichtigsten Rohstoffe

Abfall- und Reststoffe (37 Prozent) sowie Raps (32 Prozent) waren 2020 die wichtigsten Rohstoffe, aus denen der Biodiesel hergestellt war, den die Mineralölindustrie auf die THG-Quote anmeldete. Unabhängig von der Anrechnung auf die THG-Quote spielt Palmöl für die Herstellung von Biodiesel in Deutschland eine untergeordnete Rolle: Nach Schätzungen des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) hatte Palm im Jahr 2020 lediglich einen Anteil von 1,5 Prozent.

Laut BLE-Bericht hatte Palmöl als Rohstoff jedoch mit 34 Prozent eine hervorgehobene Bedeutung für die THG-Quote. „Wir gehen davon aus, dass kaum Biodiesel, aber der Großteil des von den Mineralölunternehmen angemeldeten HVO aus Palmöl hergestellt wird“, sagte Baumann. Auch Palmöl wird nachhaltig produziert. Allerdings spielt es in Deutschland bald keine Rolle für Biokraftstoffe mehr, denn es wird ab 2023 als Rohstoff für die Biokraftstoffproduktion ausgeschlossen.

 

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