Gebäudeenergiegesetz

Bioenergieverbände unzufrieden

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 28.10.2019 - 11:51

Die Verbände bemängeln, dass der Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes sich kaum von der vorherigen Referentenversion unterscheidet.

Berlin - Die Bioenergieverbände sehen weiterhin großen Verbesserungsbedarf. Die Bundesregierung habe weitestgehend versäumt, eine Chance, die Wärmewende im Gebäudesektor in Gang zu bringen und so einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele zu leisten. 

„Der Kabinettsentwurf zum GEG enthält – im Vergleich zum Referentenentwurf vom Sommer – aus Sicht der Bioenergieverbände praktisch keine Verbesserungen“, sagt Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, zum Beschluss der Bundesregierung. „An vielen Stellen muss noch deutlich nachgesteuert werden, um die Wärmewende im Gebäudesektor anzuheizen“, mahnt Rostek.

So sei leider auch in diesem Entwurf wieder die bestehende Stromgutschriftmethode zur Berechnung des Primärenergiefaktors für Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) beibehalten worden. Hierdurch erzeugen die Faktoren weiterhin kaum Anreize, in KWK-Anlagen und Wärmenetzen Erneuerbare Energien einzusetzen. Dass eine Untergrenze für den Primärenergiefaktor von KWK-Wärme eingezogen wurde, sei nur ein schwacher Trost.

Darüber hinaus kritisieren die Bioenergieverbände stark, dass bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes oder Wärmenetzes die Wärme aus Biogas gleichgesetzt wird mit der Wärme aus Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und Steinkohle.