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EU-Taxonomie

BEE: Atomkraft und Erdgas sind nicht nachhaltig

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 16.02.2022 - 06:26

Nach Ansicht des Bunderverbandes Erneuerbare Energie beschreitet die EU-Kommission mit ihrer Energiepolitik den falschen Weg.

Atomkraft

Die EU-Kommission hat Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Auflagen -  trotz massiver Kritik von Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft – in ihrem Taxonomie-Vorschlag als nachhaltig eingestuft und den entsprechenden Rechtsakt Anfang Februar angenommen. Er geht sogar noch über den ursprünglichen Entwurf hinaus und lockert Auflagen für fossile Gaskraftwerke.

„Weder Atomkraft noch fossile Erdgaskraftwerke sind nachhaltig. Im Gegenteil, sie kosten uns Jahr für Jahr mehr Geld für die atomare Endlagerung oder Klimafolgeschäden, sagt die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Dr. Simone Peter. Zuletzt seien sie sogar stark kostentreibend gewesen, wenn man sich die Situation in Frankreich mit einem überalterten und störanfälligen AKW-Kraftwerkspark oder die massiven Preissteigerungen auf dem Strom- und Gasmarkt durch fossiles Erdgas anschaut. Wenn die letzten Wochen eines gezeigt hätten, dann die Preisgünstigkeit Erneuerbarer Energien gegenüber fossilen und atomaren Energiequellen. An Tagen mit starker Sonneneinstrahlung oder Wind sanken die Börsenstrompreise erheblich. Hier jetzt ein falsches Signal an die Finanzmärkte zu senden, verkenne die Zeichen der Zeit, in klimafreundliche und saubere Technologien zu investieren.

Erneuerbare senken Importabhängigkeit Deutschlands

Erneuerbare Energien seien aber nicht nur günstiger und umwelt- und klimafreundlicher, sie würden auch der starken Importabhängigkeit Deutschlands bei Energierohstoffen entgegen. argumentiert der BEE. Aktuell zeige der Konflikt mit Russland, dass Deutschland geopolitisch und energiewirtschaftlich klug beraten sei, das riesige Potenzial der heimischen, bürgernahen Erneuerbaren Energien in allen Sektoren zu nutzen. Das spare nicht nur Milliarden Euro bei den Importen ein, sondern erhöhe auch die Versorgungssicherheit. Mit einem Mix aus Photovoltaik, Windenergie, Biogasanlagen, Wasserkraft und Geothermie im Strombereich, in Verbindung mit Speichern und Sektorenkopplung, sowie Solar- und Geothermie sowie Wärmepumpen und Bioenergie im Wärmebereich könne eine sichere und bürgernahe Energieversorgung geschaffenwerden und die Wertschöpfung in den Kommunen generiert werden.

Die Studie „Klimaneutrales Stromsystem“  zeige Lösungsansätze auf und belege, dass trotz Atomausstieg 2022 und Kohleausstieg 2030 keine weiteren Gaskraftwerke auf Basis fossiler Gase mehr gebraucht würden.

Nun sei das EU-Parlament gefordert, gegen diesen Taxonomie-Vorschlag eine Mehrheit zu organisieren und die EU-Kommission zurück auf den Pfad des „Green New Deal“ zu bringen, so Peter.