Betriebsführung

"Weiterer Sargnagel für den Tierhaltungsstandort Deutschland"

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Karola Meeder
am Montag, 26.08.2019 - 14:10

Grundsteuerreform gefährdet Kooperationen zur gemeinsamen Tierhaltung.

Landwirtschaftliche Zusammenschlüsse zur gemeinsamen Tierhaltung ohne eigene Flächen sollen künftig nicht zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen zählen - und wären damit als gewerblich einzustufen. Dieser Plan der Bundesregierung wurde kürzlich vom DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken schraf kritisiert.  Sollte die bewährte Regelung des § 51a Bewertungsgesetz tatsächlich im Zuge der Grundsteuerreform gestrichen werden, würde vor allem die bäuerliche Tierhaltung stark unter Druck geraten. Krüsken nannte es „unverständlich und wenig hilfreich“, sollte die Politik der bäuerlichen Tierhaltung eine weitere zusätzliche Belastung auferlegen. „Diese unbedachte Streichung des § 51a muss unbedingt rückgängig gemacht werden“, fordert der DBV-Generalsekretär.

Rückenwind von Union und FDP

Unterdessen regt sich in der Union Widerstand gegen die im Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Grundsteuerreform vorgesehene Neuregelung. „Eine Streichung des § 51a Bewertungsgesetz ist für uns nicht nachvollziehbar“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann. Seiner Einschätzung nach droht damit vielen langjährigen und überaus erfolgreichen Kooperationen gerade zwischen kleineren landwirtschaftlichen Betrieben das Aus. „Wir werden uns im parlamentarischen Verfahren für eine Aufrechterhaltung des Paragraphen einsetzen, damit es bei der bisherigen Regelung bleibt", kündigte der CDU-Politiker an. Die FDP-Agrarexpertin Carina Konrad hatte zuvor der Bundesregierung vorgeworfen, sie wolle „quasi durch die Hintertür“ das Ende der landwirtschaftlichen Tierhaltungskooperationen beschließen. Die FDP-Politikerin sprach von einem „weiteren Sargnagel für den Tierhaltungsstandort Deutschland“.

Mit Material von AgE