Internetfallen

Vorsicht vor Anlagebetrügern

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Externer Autor
am Montag, 07.12.2020 - 09:44

Während man bei seiner Hausbank für Geldanlagen kaum noch Zinsen bekommt, locken im Internet zahlreiche Anbieter mit tollen Renditen. Dahinter stecken jedoch in vielen Fällen Anlagebetrüger. Wir zeigen, wie man sich schützt.

Wer im Internet nach lukrativen Geldanlagemöglichkeiten sucht, sollte Vorsicht walten lassen. Für einen nur kleinen Anlagebetrag wird teilweise eine hohe Rendite versprochen. Das mag auf den ersten Blick sehr verlockend klingen, vor allem bei den aktuell niedrigen Zinsen. Aber Vorsicht, hinter solchen Versprechen lauert oft ein Anlagebetrug! Der Bundesverband deutscher Banken gibt Tipps, wie man sich vor Anlagebetrügern schützt.

Anleger werden geködert

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Charakteristisch für diese Betrugsmasche ist der Ablauf in mehreren Phasen: In einer ersten Phase wird das potenzielle Opfer geködert. Dazu schalten Betrüger Werbung – etwa in bekannten Online-Magazinen oder in den Sozialen Medien. Das weckt den Anschein der Seriosität. Allerdings werden die Werbeanzeigen häufig nicht ausreichend geprüft, da diese Anzeigenseiten meist an externe Dienstleister ausgelagert werden. Die Anzeigen verlinken auf Webseiten mit seriös wirkendem Aufbau.

Das Ködern kann aber auch über Spam-Mails erfolgen. E-Mails werden so angelegt, dass sie gängige Spamfilter umgehen. Sie kürzen beispielsweise Schlagwörter wie Bitcoin ab oder versehen sie mit Sonderzeichen. Oft werden seriös klingende Formulierungen oder Schlagwörter benutzt, wie „Ihr Schweizer Finanzpartner“ oder „Sonderbericht“. Nicht selten wird auch auf betrügerische Weise mit bekannten Persönlichkeiten, Unternehmen oder Fernsehsendungen ohne deren Kenntnis geworben. Ziel der Betrüger in dieser ersten Phase ist es, dass sich die Opfer mit ihren Kontaktdaten, insbesondere ihren Rufnummern, auf einer gefakten Website registrieren.

Erster Kontakt am Telefon

Ist das erreicht, ruft in der Regel ein „Berater” oder „Finanzmakler“ den potenziellen Anleger an. Weil der sich vorher registriert hat, kann er den Anrufer zuordnen und schöpft daher meist keinen Verdacht. Es werden zum Beispiel Anlagen in Kryptowährungen, Gold oder auch in spezielle Wertpapiere empfohlen, mit denen auf Kursentwicklungen von Kryptowährungen, Aktien, Währungen, Rohstoffen gewettet wird (Optionen, Derivate). In welches Anlageprodukt investiert werden soll, kann der Anleger selbst entscheiden. Vereinbart werden anfänglich kleinere Anlagesummen von beispielsweise 250 oder 500 €.

Geld ist längst verloren

Überweist der Anleger diesen Anlagebetrag, erhält er einen „Onlinebanking-Zugang“ für ein vermeintliches Wertpapierdepot. Hier wird ihm sein eingezahlter Geldbetrag angezeigt, und mit jeder neuen Anmeldung zudem, wie die Erträge angeblich inzwischen gestiegen sind. Das Geld ist aber in Wahrheit längst verloren.
Diese Betrugsmasche ist deshalb so erfolgreich, weil das Opfer durch den angeblichen „Berater“ persönlich kontaktiert wird; dies schafft ein gewisses Maß an Vertrauen. Mit derselben Masche erzählt der „Berater“ oftmals bei den Anrufen erfundene Geschichten aus seinem eigenen Leben. Dem Anleger werden im Gespräch dann Informationen entlockt, die einen Rückschluss auf seine Liquidität zulassen. Dem Opfer wird dabei stets vorgegaukelt, alle Anlageentscheidung aus eigenen Stücken zu treffen. Gleichzeitig wird von Seiten der Betrüger mit der Aussage, die günstigen Angebote würden nur kurzfristig zur Verfügung stehen, Druck aufgebaut, möglichst schnell einen Abschluss zu tätigen.
Ist das erst einmal geschehen, werden die Opfer überzeugt, weitere Überweisungen – meist mehrere Tausend Euro – zu tätigen. Häufig werden dafür durch die „Beratung“ auch bestehende Anlagen gekündigt, um das einsetzbare Kapital zu erhöhen. Erst wenn sich der Anleger irgendwann einmal seine Gewinne auszahlen lassen will, wird ihm bewusst, dass er Opfer eines Betruges geworden und das eingesetzte Geld verloren ist.

Doppelt abgezockt

Jetzt kommt ein weiteres Szenario hinzu: Der Betrüger kommt dem Wunsch des Opfers nach Auszahlung des Geldes vermeintlich nach. Allerdings sei es dafür notwendig, dass er einen weiteren Geldbetrag überweist. Die Gründe hierfür seien beispielsweise Steuern, Bonuszahlungen, Nachschusspflichten oder Versicherungsbeiträge. Auch dieses Geld ist unwiederbringlich verloren.