Hochwasser

Versicherungen und Naturgewalten

Hochwasser
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Hans Dreier
am Donnerstag, 04.07.2019 - 10:34

Wenn man nicht selbst betroffen ist, sind Wetterkatastrophen, auch in der näheren Umgebung, meist schnell wieder vergessen.

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Das Jahrhunderthochwasser in Deggendorf 2013, der Wolkenbruch mit 270 l/m2 in Simbach am Inn 2016 oder der mehrere Meter hohe Schnee auf den Dächern in Berchtesgaden im letzten Winter.

Das schnelle Vergessen ist zwar ein großer Segen, weil uns sonst ständige Katastrophenangst lähmen würde. Dennoch muss man sich bewusst machen, dass man auch selbst von einem solchen Unheil heimgesucht werden kann. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar statistisch äußerst gering, doch wenn man vom Schicksal getroffen wird, sind die Folgen umso dramatischer.

In der Vergangenheit hat bei solchen Unwetterereignissen zwar immer der Staat Nothilfe geleistet und die Geschädigten finanziell unterstützt. Weil die Zahl der Schadensfälle durch den Klimawandel zunimmt, sieht sich die Bayerische Staatsregierung nicht mehr in der Lage, die nötigen Mittel auch künftig dafür bereitzustellen. Aus Sicht des Staates gibt es auch keinen Grund mehr für Nothilfen, da Gebäudeeigentümer für solche Elementargefahren auch eine Versicherung abschließen können.

Seit 1. Juli 2019 zahlt der Staat deshalb nicht mehr für Schäden, die auch versicherbar gewesen wären. In Bayern sind derzeit nur etwa ein Drittel der Wohngebäude gegen Schäden durch von außen eindringendes Wasser versichert, obwohl 99 Prozent versicherbar sind. Hier muss jeder für sich prüfen, ob der Versicherungsschutz nicht erweitert werden soll.

Am besten holt man sich bei mehreren Versicherungsgesellschaften dazu Angebote ein. Denn es gibt große Beitragsunterschiede. Um die Beiträge zu senken, ist auch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung sinnvoll.

Versichern sollte man sich aber auf jeden Fall. Dann kann man die täglichen Katastrophen im Fernsehen auch schnell wieder vergessen.