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Stellenwert in der Gesellschaft

Umfrage: Der Landwirt ist wichtiger als der Polizist

Landwirt-Bayern-Umfrage-Heuwenden
Viktoria Hoffmann, agrarheute
am Dienstag, 06.12.2022 - 12:35

Aus der neuen Umfrage „Image der deutschen Landwirtschaft“ vom i.m.a e.V. geht hervor, dass die Befragten die Landwirte auch in Zukunft als elementar wichtig für die Gesellschaft einschätzen.

Der i.m.a. (information medien agrar) e. V. hat mehr als 2000 Bundesbürger wurden gefragt, welche Berufe ihrer Meinung nach in Zukunft besonders wichtig für die Gesellschaft sein werden. Die Umfrage wird alle fünf Jahre durchgeführt und evaluiert die Einstellung der Bevölkerung zur Landwirtschaft und deren Berufsstand.

Die drei wichtigsten Berufe der Zukunft

Die drei in Zukunft wichtigsten Berufe sind laut Umfrage:

  • Arzt
  • Pfleger
  • Landwirt

Arzt warn schon immer ein hoch angesehener Berufsstand. Neu ist, dass der Beruf Pfleger so weit nach oben auf der Skala gelistet ist. Zurückzuführen ist das vermutlich darauf, dass viele während der Pandemie miterlebt haben, wie unverzichtbar Berufe im Gesundheitswesen sind. Laut Umfrage wird ihnen eine Systemrelevanz für die Gesellschaft zugeschrieben.

Landwirt darf als Nahrungsproduzent nicht fehlen

Die Einordung der Landwirte auf Platz 3 lässt sich offensichtlich durch die Folgen der Corona-Pandemie und durch den Ausbruch des Ukrainekriegs erklären. Viele werden die Bilder der leeren Supermarktregale im Fernsehen nicht so schnell vergessen haben und denken mit Schrecken an die Bilder zerbombter Felder zurück. Auch der Weizen, der meterhoch aufgehäuft in Hallen lagerte und wochenlang auf den Transport in die Hungergebieten der Welt wartete, dürfte vielen im Gedächtnis geblieben sein. Das mag einigen bewusst gemacht haben, dass es ohne die Bauern niemanden gäbe, der Grundnahrungsmittel produziert. Das macht die Systemrelevanz der Landwirtschaft nachvollziehbar.

Mehr Verständnis für Sorgen der Landwirte

66 Prozent der Befragten gaben als das größte Problem der Landwirte den Preisdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel an. Sechzig Prozent der Befragten schätzen Kostensteigerungen, wie es sie z. B. bei Energie und Futtermitteln gibt, als immense Herausforderung ein.

Klimawandel, Bürokratie, unsicher Preise

Laut Umfrage sind 59 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich der Klimawandel negativ auf die Arbeit der Landwirte auswirkt. 52 Prozent der Teilnehmer sehen in der Bürokratie ein Hindernis für die Landwirte. Die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, dass Landwirte mit volatilen Preise, unsicheren Einkommen und der Hofnachfolge Schwierigkeiten haben.

Nicht ganz so problematisch stufen die Befragten landwirtschaftliche Konkurrenzprodukte aus dem Ausland (45 %) ein. Nur 42 Prozent nennen die geringe Wertschätzung der Landwirte in der Öffentlichkeit (42 %) als Problem.

Die Studie „Image der deutschen Landwirtschaft“, hat der i.m.a e.V. initiiert und mit der Durchführung das pollytix Institut beauftragt. An der repräsentativen Online-Befragung nahmen über 2.000 deutsche Bürger teil. Alle Studienergebnisse können sie auf www.ima-agrar.de/wissen einsehen.

Mit Material von i.m.a – information.medien.agrar e.V.