Agrarförderung

Stallumbau: Ab sofort Anträge für das Bundesprogramm möglich

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 16.09.2020 - 15:54

Bis 15. März 2021 können Sauenhalter die Umbauförderung für ihre Ställe beantragen. Der Umbau soll aber schon Ende 2021 abgeschlossen sein.

Stallumbau-Sauenhaltung-Schweinestall

Die Förderung für Stallumbauten läuft an. Ab heute können die sauenhaltenden Betriebe in Deutschland einen Förderantrag für die Umsetzung der neuen Anforderungen an die Sauenhaltung stellen. Hintergrund ist das Anfang Juli beschlossene Verbot von Kastenständen.

Für die Umsetzung der Regelungen gelten folgende Übergangsfristen:

  • Verzicht auf die Kastenstandhaltung im Deckzentrum: 8 Jahre
  • Bewegungsbuchten im Abferkelbereich mit einer maximalen Fixationsdauer im Kastenstand um den Geburtszeitraum von fünf Tagen: 15 Jahre.

Bundesministerin Julia Klöckner hat erreicht, dass im Konjunkturprogramm der Bundesregierung für 2020 und 2021 insgesamt 300 Millionen Euro für den Umbau von Ställen zur Verfügung stehen, so dass mehr Tierwohl umgesetzt werden kann. Die Umsetzung erfolgt durch ein Bundesprogramm, für das die Bundesministerin nun die Förderrichtlinie vorlegt.

Anträge bis 15. März 2021 möglich

Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen:

  • Die Höchstgrenze liegt bei 500.000 Euro je Betrieb und Investitionsvorhaben. Der Zuschuss beträgt jeweils 40 Prozent der Umbaukosten.
  • Das Bauvorhaben darf nicht mit einer Vergrößerung des Tierbestandes verbunden sein.
  • Das Vorhaben muss bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein.
  • Förderfähig sind auch die einzelbetriebliche Beratung für das Erstellen eines Um- oder Ersatzbaukonzepts.

Die Förderrichtlinie ist ab heute, den 16. September 2020, im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Anträge können Landwirte bis zum 15. März 2021 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stellen. Die Anträge sind vor Beginn der Umbaumaßnahme zu stellen.

Auskunft erteilt die BLE außerdem unter der Rufnummer 0228/6845-2755 sowie per E-Mail an stallumbau@ble.de.   

Ostendorff erwartet Fehlstart der Umbauförderung

Der grüne Agrarsprecher Friedrich Ostendorff bezeichnet Klöckners Aktion als "Schaufensterpolitik, ohne echten Handlungswillen. Er prognostiziert einem „völligen Fehlstart“ des angekündigten Umbaus der Tierhaltung.

Die knapp bemessenen Mittel würden nicht im Ansatz den grundlegend notwendigen Wandel in der Schweinehaltung anstoßen können. Zudem sei es kaum möglich, Baukonzepte, Genehmigungen nach Baurecht und Umweltverträglichkeitsprüfung in kürzester Zeit vorzulegen.

Diese Auflagen gelten nach den Übergangsfristen

Insbesondere der Einsatz von Kastenständen in der Sauenhaltung wird mit der Siebten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung strenger geregelt. Folgende Mindestanforderungen an die Haltung von Sauen wurden neu festgelegt.

Für die Gruppenhaltung im Zeitraum ab dem Absetzen der Ferkel bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin sind die Haltungseinrichtungen so zu gestalten, dass:

  • den Sauen im Zeitraum vom Absetzen bis zur Besamung (bis zum Ende der Rausche) eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens 5,00 m² je Sau angeboten wird,
  • die Buchten in Liege-, Fress- und sonstige Aktivitätsbereiche untergliedert werden. Dabei müssen Rückzugsmöglichkeiten im Aktivitäts- und/oder Ruhebereich vorgesehen werden, wobei Fress-Liegebuchten oder sonstige Fressplätze keine Rückzugsmöglichkeit darstellen.

Für die Einzelhaltung im Abferkelbereich sind die Haltungseinrichtungen so zu gestalten, dass:

  • Abferkelbuchten (Bewegungsbuchten) entstehen, die eine Mindestfläche von 6,50 m² aufweisen, in denen sich Sauen frei bewegen und ungehindert umdrehen können.
  • in Kastenständen eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung steht, die eine Mindestlänge von 2,20 m aufweist.