Förderung

Stall: Zuschuss für kleine Umbauten

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Hans Dreier Portrait 2019
Hans Dreier
am Freitag, 15.11.2019 - 12:56

Ein bayerisches Sonderprogramm fördert Umrüstungen, die das Tierwohl verbessern.

Mit dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft fördert der Freistaat Bayern auch Investitionen in der Tierhaltung. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen, die den folgenden Zielen dienen:

  • Erstmalige Umstellung auf Laufstallhaltung bei Milchvieh in kleinen Betrieben.
  • Notwendige Anpassungen an die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung in viehhaltenden Betrieben.
  • Verbesserung des Tierwohls in bestehenden Schweine- und Zuchtsauenställen.

Zuschuss für Investitionen

Die Zuwendungen werden als Zuschuss (Projektförderung) im Wege der Anteilfinanzierung gewährt. Für förderfähige Investitionen ist abhängig von der Maßnahme  ein Zuschuss in Höhe von bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben möglich. Die förderfähigen Kosten je Förderantrag sind begrenzt auf:

  • 150.000 € für Investitionen zur Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung bei Beibehaltung der Milchviehhaltung und für Investitionen zur Verbesserung des Tierwohls in bestehenden Zuchtsauenställen. Die zuwendungsfähigen Betreuergebühren werden bei dieser Obergrenze nicht berücksichtigt.
  • 100 000 € für alle anderen Investitionen zur Verbesserung des Tierwohls.
  • 50 000 € für Investitionen zum Einbau einer Multiphasenfütterung für Schweine.
  • Hier die Maßnahmen im Einzelnen:
  1. Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung: Gefördert werden bauliche Investitionen zur erstmaligen Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung bei Milchvieh in kleinen Betrieben. Sofern die zuwendungsfähigen Ausgaben 100.000 € übersteigen, können zudem die Ausgaben für die Betreuung des Investitionsvorhabens gefördert werden. 
    Zudem werden bauliche Investitionen zur erstmaligen Umstellung von Anbindehaltung bei Milchvieh auf andere Produktionsverfahren der Rinderhaltung im Laufstallsystem in kleinen Betrieben gefördert. Hier ist ein Nachweis über die bisherige Milchproduktion in Form einer Milchgeldabrechnung aus dem jeweils vorausgehenden Dezember oder ein Nachweis anderer Vermarktungswege (Direktvermarktung) zu erbringen.
    Kleine Milchviehbetriebe sind Betriebe, die in den letzten drei Kalenderjahren vor der Antragstellung im Durchschnitt nicht mehr als 30 Kühe gemäß Viehverzeichnis im Mehrfachantrag gehalten haben. Eine erstmalige Umstellung liegt vor, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung noch mindestens 50 % der Milchkühe angebunden sind und nach Abschluss des Vorhabens keine Milchkühe bzw. Rinder mehr in Anbindehaltung gehalten werden.
  2. Investitionen in die Tierhaltung bei Ökobetrieben: Bauliche Investitionen in die Tierhaltung bei Ökobetrieben, die sich in der Umstellung befinden, die zur Anpassung an die Vorgaben der EU-Öko-VO notwendig sind. Ob die Investitionen der Anpassung an die EU-Öko-VO dienen, ist durch eine Stellungnahme des zuständigen AELF, Fachzentrum L 3.3 (Ökologischer Landbau) nachzuweisen. Die Eigenschaft „Umstellungsbetrieb“ muss zum Zeitpunkt der Antragstellung nachgewiesen werden.
  3. ierausläufe und Laufhöfe: Förderfähig sind befestigte, außerhalb des Stalls liegende Tierausläufe/Laufhöfe in allen Betrieben. Eine Überdachung der Laufhoffläche bis maximal zu einem Drittel ist zulässig. Im Zusammenhang stehende Aufwendungen für die Überdachung können im BaySL aber nicht gefördert werden. Bei Ausläufen für Schweine und Kaltscharräumen für Geflügel ist eine vollständige Überdachung zulässig und förderfähig. Förderfähig sind auch Weidemelkstände sowie mobile Weideunterstände (Weidezelte) für Rinder, Schafe und Ziegen.
  4. Investitionen in Schweineställen: Förderfähig sind im Bereich der Schweinehaltung bestimmte Investitionen zur Verbesserung des Tierwohls in bestehenden Schweine- und Zuchtsauenställen. Die Ferkelaufzucht ist in diesem Zusammenhang der Zuchtsauenhaltung zuzuordnen.
    Sofern die zuwendungsfähigen Ausgaben bei Investitionen in Zucht­sauenställe 100.000 € übersteigen, können zudem die Ausgaben für die Betreuung des Investitionsvorhabens gefördert werden.
    Förderfähig sind außerdem Fütterungstechniken, die eine Phasenfütterung ermöglichen und mindestens drei unterschiedliche Rationen an die Schweine verabreichen können. 
  5. Belüftungstrocknungen für Heu: Gefördert werden bestimmte Investitionen in betriebliche Heu-Belüftungstrocknungen mit angewärmter Luft auf Basis regenerativer Energien (Belüftungsboxen, Ballenbelüftungsanlagen) einschließlich technischer Einrichtungen sowie Umbaumaßnahmen in bestehenden Bergehallen. 

Wichtige Voraussetzungen

Die Förderung haben zur Voraussetzung eine Mindestgröße 3 ha selbst bewirtschaftete LF oder 1 ha bei mindestens 5-jähriger Mehrfachantragstellung. Die Maßnahmen dürfen nicht vor der Bewilligung begonnen werden.

Die Förderung wird nicht gewährt, wenn der Antragsteller über ein hohes Einkommen verfügt. Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf die Summe der positiven Einkünfte im Durchschnitt der letzten drei von der Finanzverwaltung erlassenen Steuerbescheide 90 000 € je Jahr bei Ledigen bzw. 120 000 € je Jahr bei Verheirateten nicht überschritten haben. Auskünfte zu den förderfähigen Maßnahmen und zu den Konditionen erteilen die zuständigen Landwirtschaftsämter.