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Unwetter

Soforthilfe: Bayern gibt Bracheflächen für Fütterung frei

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 09.08.2021 - 10:45

Freigabe gilt nur für bestimmte Landkreise und Städte. Ansonsten ist Antrag beim Amt für Landwirtschaft nötig.

Hochwasser

Die Starkregenereignisse und die damit einhergehenden Überschwemmungen haben viele Futterflächen in Bayern stark geschädigt. Die betroffenen tierhaltenden Landwirte befürchten Engpässe bei der Grundfutterversorgung. Wie das Bayerische Landwirtschaftsministerium in München nun mitteilt, bestehen für betroffene Landwirte förderrechtliche Ausnahmeregelungen. So soll die Futternot wirksam gelindert werden.

Brachliegende Flächen als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) sowie sonstige Bracheflächen dürfen daher ab sofort für Futterzwecke in der Tierhaltung genutzt werden. Diese allgemeine Freigabe gilt für die Landkreise

  • Ansbach,
  • Berchtesgadener Land,
  • Erlangen/Höchstadt,
  • Forchheim,
  • Fürth,
  • Haßberge,
  • Hof,
  • Kitzingen,
  • Miesbach,
  • Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim,
  • Oberallgäu,
  • Rosenheim,
  • Roth,
  • Schweinfurt,
  • Traunstein und
  • Würzburg.

Darüber hinaus gilt die Regelung auch für die kreisfreien Städte Ansbach, Erlangen, Fürth, Hof und Schweinfurt. In diesen Gebieten ist keine vorherige Genehmigung durch das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erforderlich.

Außerhalb der genannten Regionen ist für betroffene Betriebe mit Futterknappheit ebenfalls eine Nutzung der Bracheflächen möglich. In diesem Fall müssen Landwirte dies ihrem zuständigen AELF aber schriftlich mitteilen. Um späterer Probleme zu vermeiden, sollte dies möglichst vor der Inanspruchnahme, spätestens aber innerhalb von 15 Arbeitstagen nach der entsprechenden Nutzung geschehen. Die Ämter beraten die Landwirte dazu.

Bund will auch Zwischenfrüchte für Fütterung freigeben

Bei der nächsten Kabinettssitzung will zudem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Verordnung vorlegen, die den Bundesländern die Ausweisung von Gebieten mit witterungsbedingtem Futtermangel ermöglichen soll. Dort könnten die Landwirte dann bestimmte Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) uneingeschränkt für die Futternutzung verwenden.

Konkret soll laut Bundeslandwirtschaftsministerium die Nutzung von nach der Ernte der Hauptkultur ausgesäten Zwischenfrüchten wie Kleegrasmischungen ermöglicht werden. Im Normalfall dürften diese Flächen, sofern sie als ökologische Vorrangflächen angemeldet seien, nur für die Beweidung mit Schafen und Ziegen genutzt werden. Durch die Ausnahmeregelung sei dann auch eine Beweidung mit anderen Tierarten oder ein Schnitt für Futterzwecke möglich. Die Ausnahme soll laut Ministerium bis Anfang des kommenden Jahres gelten.

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