Hopfenanbau

Schwierige Zeiten für die Brauereien

Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 08.04.2021 - 08:55

Die aktuelle Situation beschäftigte die Gesellschaft für Hopfenforschung.

Der Hopfen- und Biermarkt lief im vergangenen Jahr wenig erfreulich. Dr. Michael Möller, der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Hopfenforschung (GfH) in Hüll, sagte bei der digitalen Mitgliederversammlung: „Die Corona-Pandemie hinterließ schwerwiegende Folgen.“ Beim Rückblick bezifferte Dr. Möller die Absatzverluste auf dem Biermarkt in Deutschland im letzten Jahr auf 5 bis 6 %, was einen Rückgang auf etwa 86,7 hl bedeutet. „Das ist ein massiver Einbruch.“

Gastronomie und Volksfeste fehlen

Mitgliederversammlung-GfH_phs

Vor allem Brauereien, die in erster Linie an die Gastronomie liefern, habe es besonders hart getroffen. „Nicht die Größe, sondern die Aufstellung am Markt war entscheidend für diese Entwicklung.“

Weltweit ist nach seiner Auskunft von 8 bis 9 % weniger Bierausstoß auszugehen, was rund 1000 t Alphasäure entspricht, die in 2020 nicht gebraucht wurden. „Es wird auf jeden Fall noch dauern, bis der Markt wieder in eine neue Normalität zurückkehrt.“

Im ersten Halbjahr werde sich die Situation sicherlich nicht ändern, denn es fehlen die Gastronomie und Veranstaltungen, wie Volksfeste. Es gelte, nun zusammenzustehen: „Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder zu normalen Verhältnissen zurückkommen“, sagte Dr. Möller.

Die neuen Sorten „Aurum“ und „Tango“ seien im vergangenen Geschäftsjahr auf den Markt gekommen, blickte der Vorstandsvorsitzende zurück. Neu sei auch der Zuchtstamm 2011/71/19, der bereits ausgepflanzt wurde. In der Öffentlichkeitsarbeit seien verschiedenste Formen genutzt worden, um sich zu präsentieren. Die Mitgliederzahl blieb mit 425 konstant. Diese teilt sich auf in152 Brauereien und Brauereiverbände, 205 Hopfenpflanzer und Pflanzerorganisationen sowie 68 Förder- und persönliche Mitglieder.
Stephan Sedlmayer, Präsident der LfL und Kooperationspartner der GfH am Hopfenforschungszentrum Hüll, nutzte sein Grußwort für ein Bekenntnis zur herausragenden Kulturpflanze Hopfen. Er unterstrich die Bedeutung des Forschungszentrums Hopfen, das fünf Arbeitsgruppen umfasst und alle Fragen rund um den Hopfens bearbeitet.

Für die Zukunft bestens aufgestellt

Sedlmayer betonte: „Die Hopfenforschung im Verbund aus GfH und LfL ist sehr gut aufgestellt. Ich bin sicher, dass wir die Herausforderungen der Zukunft bestehen.“ Nach dem Jahresabschluss von Dr. Stefan Lustig präsentierte Dr. Peter Doleschel, Institutsleiter der LfL, die Versuchs- und Forschungstätigkeiten.
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