Biomarkt Schweiz

Schweiz: Bio-Schweinefleischproduktion bleibt Nische

aiz
am Freitag, 26.06.2020 - 13:35

Nachdem die Nachfrage zu gering ist, werden keine kostendeckenden Preise erzielt.

Schweine-Stall-Stroh_Maucher

Bern - In der Schweiz gäbe es genügend Schweinefleischproduzenten, die bereit wären, auf Bio umzustellen, doch fehlt aktuell ganz einfach die Nachfrage, und auch die Erzeugerpreise sind nicht kostendeckend, berichtet der LID Mediendienst in Bern.

Laut Berechnungen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wurden im Jahr 2019 in der Schweiz insgesamt knapp 2,5 Mio. Schweine geschlachtet. Rund zwei Drittel, also zirka 1,6 Mio. Tiere, wurden nach QM-Standard gehalten (mindestens gesetzlicher Standard). Die Markenfleischprogramme (IP Suisse, Coop Naturafarm usw.) machten knapp ein Drittel aus. Die Bio-Produktion bleibt mit knapp 2% Produktionsanteil eine Nische, aber mit steigendem Trend. So wurden im Jahr 2019 rund 47.500 und damit 5.000 Bio-Tiere mehr als im Vorjahr geschlachtet. Mit durchschnittlich 6,07 Franken/kg Schlachtgewicht (umgerechnet 5,66 Euro) war der Erzeugerpreis aber noch tiefer als im Jahr 2018 (6,98 Franken) und auch geringer als in den vergangenen Jahren.

Derzeit liegt der Preis für Bio-Schweinefleisch laut LID bei 6,80 Franken pro Kilo, doch bräuchte es mindestens 7,20 Franken, damit die Kosten gedeckt wären. Für viele eidgenössischen Schweinehalter macht eine Umstellung auf Bio-Produktion daher derzeit wenig Sinn. Die Nachfrage auf der Konsumentenseite ist schlicht nicht ausreichend vorhanden. Damit die Schweizer Bio-Schweinefleischproduktion weiter zunehmen könnte, bräuchte es mehr Abnehmer, also mehr Großverteiler, Gastronomiebetriebe und mehr Detailhändler, welche dieses Fleisch anbieten, und vor allem mehr Konsumenten, welche Bio-Schweinefleisch kaufen, so die Experten.