Arbeitsmarkt

Saisonkräfte: Kaniber ruft zur Solidarität mit Landwirten auf

Erntehelfer
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 09.04.2020 - 10:41

Unter dem Motto „Arbeiten für die Ernte“ sollen Studierende, Kurzarbeiter und Rentner sich in Stellenbörsen wie „Das Land hilft“ eintragen.

Gachenbach, Lkr. Neuburg-Schrobenhausen – Die Corona-Pandemie trifft die landwirtschaftlichen Betriebe mit Sonderkulturen wie Gemüse, Hopfen, Obst oder Wein hart. Routinierte Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa fehlen. Dabei müsste jetzt der Spargel geerntet und in anderen Bereichen gepflanzt und gesät werden.

Unter dem Motto „Arbeiten für die Ernte“ ruft Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber deshalb Studierende, Kurzarbeiter und Rentner auf, sich in Stellenbörsen wie „Das Land hilft“ einzutragen, um drohende Ernteausfälle zu verhindern: „Unsere Landwirte schaffen Wertvolles. Täglich und verlässlich versorgen sie uns mit besten Lebensmitteln. Jetzt, in dieser besonderen Situation, brauchen sie unsere Unterstützung. Wer kann, soll mitanpacken. Und ich danke den vielen Menschen aus Bayern, die schon jetzt den heimischen Betrieben bei der Ernte helfen“, sagte Kaniber.

Betrieb Kroppold setzt zehn Erntehelfer ein

Kaniber hat sich heute auf dem Spargelhof Koppold & Sohn GbR. im Schrobenhausener Anbaugebiet persönlich ein Bild von der Situation gemacht. Der Familienbetrieb pflanzt auf rund sieben Hektar Spargel an und ist ab Ende März auf rund zehn erfahrene Erntehelfer angewiesen. Nur von Hand ist es möglich, Spargelstangen von hoher Qualität zu ernten und dabei die Pflanzen nicht zu schädigen. Dieses immense Arbeitspensum kann von den Familien der Spargelbetriebe nicht ohne Helfer geleistet werden.

„Wenn jetzt einheimische Helfer einspringen, ist das Problem zwar noch nicht vollständig gelöst, auch weil Saisonarbeitskräfte über das ganze Vegetationsjahr hinweg bis in den Herbst hinein gebraucht werden. Aber die hiesigen Helfer können zumindest einen Teil der fehlenden osteuropäischen Saisonarbeitskräfte ersetzen“, sagte Kaniber. Die Ministerin begrüßte, dass in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen. Dafür hatte sich Kaniber auf Bundesebene stark gemacht.