Saisonarbeit

Saisonkräfte: Wer sich freitesten kann

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 18.05.2021 - 16:36

Saisonkräfte könne sich freitesten und sind bei der Impfung priorisiert. Der Bund hat aber keinen Überblick über den Impfstatus.

Das Bundesagrarministerium (BMEL) verfügt über keine Informationen, warum Saisonkräfte trotz Priorisierungsmöglichkeit nicht geimpft wurden oder werden. Laut BMEL, auf die Anfrage von Kirsten Tackmann, Agrarsprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, sind dafür zudem die Länder zuständig. Nach der Coronavirus -Impfverordnung werden die Impfdaten im Digitalen Impfquotenmonitoring erfasst. Eine Auswertung spezifisch auf Saisonarbeitskräfte sei nicht möglich, heißt es im Antwortschreiben.

"Die Bundesregierung hat offensichtlich keine Ahnung, ob und wie viele Saisonarbeitskräfte bereits gegen das Coronavirus geimpft wurden. Und das obwohl sie ganz klar wegen ihrer relevanten Tätigkeit in der Ernährungswirtschaft nach der Coronavirus-Impfverordnung priorisiert und zudem durch ihre beengte Unterbringung besonders gefährdet sind. Das ist unverantwortlich.", meint Tackmann.

Freitesten aus Risikogebieten möglich

Nach den aktuellen Regelungen können sich Saisonarbeitskräfte bei der Einreise unmittelbar von der an sich erforderlichen zehntägigen Arbeitsquarantäne freitesten, falls sie aus einem Corona-Risikogebiet kommen. Genesene und geimpfte Personen sind den getesteten Personen grundsätzlich gleichgestellt. Für sie endet die Quarantäne, sobald ein entsprechender Nachweis an die zuständige Behörde übermittelt wurde, informiert das BMEL.

Mit Rumänien und Polen hat die Bundesregierung derzeit die wichtigsten Herkunftsländer der Erntehelfer als Risikogebiete eingestuft. Einige Ländern wie Ukraine, Estland, Nordmazedonien und Serbien, die zuvor Hochinzidenzgebiete waren, sind inzwischen Risikogebiete.

Aus Hochinzidenzgebieten Freitestung erst nach 5 Tagen

Zu den Hochinzidenzgebieten zählen weiterhin Kroatien, Slowenien und Litauen. Für Saisonarbeitskräfte aus diesen Ländern ist eine Freitestung von der Quarantäne erst ab dem fünften Tag ihres Aufenthalts in Deutschland möglich. Auch für Genesene und Geimpfte aus Hochinzidenzgebieten endet die Quarantänepflicht mit der Übermittlung eines Nachweises an die hiesige Behörde.

Laut dem BMEL-Informationsschreiben gelten die Anmelde-, Quarantäne- und Nachweispflichten nicht für Transportpersonal im Güter und Warentransport aus Risikogebieten. Haben sich diese Personen zuvor in einem Hochinzidenzgebiet aufgehalten, gilt die Anmeldepflicht ebenfalls nicht. Die Nachweispflicht kommt erst bei einen Aufenthalt von mehr als 72 Stunden zum Tragen.

Mit Material von AgE
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