Arbeitmarkt

Saisonarbeit nur nebenbei

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Externer Autor
am Freitag, 22.05.2020 - 08:48

Minijobber können nicht sozialversicherungsfrei beschäftigt werden, wenn sie berufsmäßig tätig sind. Bei welchen Personengruppen gibt es keine Probleme?

In den Sonderkulturbetrieben werden dringend Arbeitskräfte benötigt. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen ausländische Saisonarbeitnehmer aktuell nur in begrenztem Umfang einreisen. Die Landwirtschaftsbetriebe müssen daher auf andere Arbeitskräfte zurückgreifen. Die Minijob-Zentrale erklärt nachfolgend, unter welchen Bedingungen Saisonarbeitskräfte als kurzfristige Minijobber und damit sozialversicherungsfrei beschäftigt werden können.
Wird eine Saisonarbeitskraft in einem kurzfristigen Minijob beschäftigt, ist die Beschäftigung sozialversicherungsfrei und damit auch beitragsfrei. Ein kurzfristiger Minijob liegt vor, wenn die Tätigkeit auf einen bestimmten Zeitumfang begrenzt ist. Die zeitliche Begrenzung ist im Voraus zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertraglich zu vereinbaren.

Zeitgrenzen für kurzfristige Minijob wegen Corona angehoben

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs von 3 auf 5 Monate bzw. von 70 auf 115 Arbeitstage angehoben. Dies gilt übergangsweise für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2020 und ermöglicht den Arbeitgebern damit einen längeren Einsatz der Saisonarbeitnehmer.

Die maßgebende Zeitgrenze richtet sich nach der Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage des Minijobbers:
  • Für Minijobber, die regelmäßig an mindestens 5 Wochentagen arbeiten, gilt die Grenze von 3 bzw. 5 Monaten.
  • Arbeitet der Minijobber regelmäßig an weniger als 5 Wochentagen, sind die 70 Arbeitstage bzw. 115 maßgebend.
Hat der Minijobber bereits im Jahresverlauf andere kurzfristige Minijobs ausgeübt, sind diese ebenfalls auf die Anzahl der Tage anzurechnen.
Eine Verdienstbeschränkung gibt es bei kurzfristigen Minijobs generell nicht, jedoch liegt ein kurzfristiger Minijob nur vor, wenn die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Ob der Minijob berufsmäßig ausgeübt wird, muss vom Arbeitgeber geprüft werden, wenn der Beschäftigte mehr als 450 € im Monat verdient.
Wer berufsmäßig arbeitet, ist nicht im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs beschäftigt. Die Beschäftigung wäre in diesem Fall sozialversicherungspflichtig und bei der zuständigen Krankenkasse zu melden. Eine Beschäftigung wird dann berufsmäßig ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Dies wird in der Regel anhand von Indizien im Einzelfall entschieden.

Mögliche Saisonarbeitnehmer nach Personengruppen

Nachfolgend geben wir einen Überblick über den Status ausgewählter Personengruppen, die möglicherweise als Saisonarbeitnehmer eingesetzt werden:

  1. Bezieher von Kurzarbeitergeld: Bezieher von Kurzarbeitergeld, die eigentlich eine überwiegende hauptberufliche Beschäftigung haben, in der sie derzeit ganz oder teilweise freigestellt sind, können als kurzfristige Minijobber und damit sozialversicherungsfrei beschäftigt werden. Die Nebentätigkeit ist dann nicht berufsmäßig und ein kurzfristiger Minijob. Aber Vorsicht: Das Kurzarbeitergeld und der Minijob-Verdienst dürfen das normale Bruttoeinkommen nicht überschreiten.
  2. Arbeitslose und Asylsuchende, anerkannte Asylanten, Flüchtlinge: Hier liegt ein kurzfristiger Minijob nur vor, wenn die Beschäftigung innerhalb der Zeitgrenzen befristet ist und der Verdienst 450 € im Monat nicht übersteigt. Sofern der Verdienst 450 € im Monat übersteigt, wird die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt und ist daher sozialversicherungspflichtig, auch wenn die Zeitgrenzen für eine kurzfristige Beschäftigung eingehalten werden.
  3. Selbständige: Selbständige, die ihre Tätigkeit vorübergehend nicht oder nicht in dem bisherigen Umfang ausüben können (z. B. Gastronomen), können als kurzfristige Minijobber und damit sozialversicherungsfrei beschäftigt werden. Die Tätigkeit in landwirtschaftlichen Betrieben ist dann nicht berufsmäßig und damit ein kurzfristiger Minijob.
  4. Altersvollrentner, Schüler, Studenten, Hausfrauen und Hausmänner: Diese Personengruppen können als sozialversicherungsfreie kurzfristige Minijobber beschäftigt werden. Die Beschäftigung ist nicht berufsmäßig, wenn die Zeitgrenzen innerhalb des Kalenderjahres eingehalten werden. Bei dieser Prüfung werden vorherige Beschäftigungen mit einem monatlichen Verdienst von mehr als 450 € berücksichtigt.
  5. Aushilfen aus dem EU-/EWR-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz: Ein sozialversicherungsfreier kurzfristiger Minijob kann ausgeübt werden, wenn deutsches Sozialversicherungsrecht gilt und keine berufsmäßige Beschäftigung vorliegt.