Rentenbank: Maschinenkredite besonders gefragt

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 13.08.2021 - 07:32

Das Investitionsprogramm des Bundes sorgt für höheren Kreditbedarf. Ein Plus gab es auch bei Windkraft.

Gülle-Gruenland-emissionsarm

Das „Investitionsprogramm Landwirtschaft“ (IUZ) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im ersten Halbjahr 2021 bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Förderkrediten ausgelöst. Beim IUZ kombiniert die Rentenbank ihre Programmkredite für die Landwirtschaft mit Zuschüssen des BMEL für Investitionen in umwelt- und ressourcenschonende Technik.

„Ressourcenschonende Landbewirtschaftung sowie verstärkte Anstrengungen beim Klima- und Umweltschutz und die Verbesserung der Biodiversität sind zentrale Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht. Wir freuen uns daher sehr, dass das Bundesprogramm für diese Zwecke so gut angenommen wird.“, so Dr. Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank.

Bedingt durch das IUZ stieg die Kreditnachfrage in der Fördersparte „Landwirtschaft“ im ersten Halbjahr 2021 kräftig um ein Drittel auf über 1,3 Mrd. € gegenüber 986 Mio. Euro im Vorjahreshalbjahr. So waren Finanzierungen für landwirtschaftliche Maschinen besonders gefragt. Auf sie entfiel ein Anteil von ca. 40 % des Förderneugeschäfts dieser Sparte.
 

Mehr Kredite für Windkraft gefragt

Bei den erneuerbaren Energien stieg das Neugeschäft mit Förderdarlehen deutlich um knapp ein Drittel auf 443 Mio. Euro. Hier machte sich die Einführung einer Darlehensvariante mit Zinsbindung über 10 Jahre im September 2020 bemerkbar, so die Förderbank. Insbesondere Finanzierungen für Windkraftanlagen verdreifachten sich dadurch fast von 109 Mio. Euro auf 291 Mio. Euro im Berichtszeitraum.

Von Folgen der Corona-Pandemie waren weite Teile der Landwirtschaft weniger stark als andere Wirtschaftsbereiche betroffen. Das spiegelte sich in der Kreditnachfrage im Liquiditätssicherungsprogramm der Rentenbank wider, das für betroffene Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und des Weinbaus geöffnet wurde. Das Kreditvolumen dafür lag im ersten Halbjahr 2021 bei 19,1 Mio. Euro (18,1 Mio. Euro).

Kräftiges Minus bei Ländlicher Entwicklung

Rückläufig war dagegen das Neugeschäft in der Fördersparte „Agrar- und Ernährungswirtschaft“. Aufgrund der zurückgehenden Nachfrage nach Maschinen- und Betriebsmittelfinanzierungen lag es bei 432 Mio. Euro, 108 Mio. Euro weniger als im ersten Halbjahr 2020.

Ein deutliches Minus verbuchte die Rentenbank beim Neugeschäft in der Fördersparte „Ländliche Entwicklung“. Es ging im ersten Halbjahr um rund 47,8 Prozent auf 587 Mio. Euro zurück. Dies ist auf die rückläufige Nachfrage der Landesförderinstitute nach Globaldarlehen der Rentenbank zurückzuführen, die im Jahresverlauf deutlichen Schwankungen unterliegt.

Entsprechend lag das Programmkreditgeschäft insgesamt im ersten Halbjahr 2021 mit 2,9 Mrd. Euro rund 200 Mio. € unter dem Vorjahreszeitraum. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Förderdarlehen aus den Bundesprogrammen stieg die Anzahl der zugesagten Darlehen dagegen um 54 % auf 13.432.