Betriebsführung

Öko-Umstellung berechnen

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Robert SchätzlLfL Agrarökonomie, München
am Donnerstag, 15.10.2020 - 10:02

Rechnet sich's? Viele Landwirtsfamilien besprechen derzeit das Für und Wider einer Umstellung auf ökologischen Landbau. Die wirtschaftlichen Auswirkungen kann man jetzt mit dem LfL-Umstellungsplaner berechnen.

Mit welchem Einkommen kann ich nach einer Umstellung auf ökologischen Landbau rechnen? Diese Frage bewegt viele, die über einen solchen Schritt nachdenken. Mit einem neuen Planungsprogramm der LfL lässt sich vergleichsweise einfach abschätzen, wie sich der Gewinn eines landwirtschaftlichen Unternehmens verändert, wenn auf Bio umgestellt wird.
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In den vergangenen Jahren wirtschafteten ökologische Betriebe im Durchschnitt ökonomisch erfolgreicher als konventionelle Betriebe unter ähnlichen Voraussetzungen. Dies zumindest zeigen Ergebnisse der Testbetriebsbuchführung (siehe Abbildung 1). Im Mittel von fünf Wirtschaftsjahren (2014/15 bis 2018/2019) lag das Einkommen je Arbeitskraft bei ökologischer Bewirtschaftung um 9000 € über dem Einkommen bei konventioneller Wirtschaftsweise.
Aus den Buchführungsergebnissen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass eine Umstellung auf ökologischen Landbau das betriebswirtschaftliche Ergebnis in jedem Fall verbessert. Dafür sind die Verhältnisse zu unterschiedlich. Die Auswirkungen einer Umstellung sollten deshalb betriebsindividuell berechnet werden. Unterstützung dafür bietet ein frei über das Internet verfügbares Programm, der LfL-Umstellungsplaner Kon-2-Öko (gesprochen: Kon t(w)o Öko).

Rasche Ergebnisse bei überschaubarem Aufwand

Ganz wichtig war es den Entwicklern von Kon-2-Öko, dass mit vergleichsweise geringem Arbeitsaufwand schnell Ergebnisse erzielt werden können. Deshalb geht es in der Berechnung auch darum, die Veränderung des Gewinns zu ermitteln. Der Gewinn in seiner absoluten Höhe muss dafür nicht berechnet werden.
Die Kalkulationsmasken sind mit typischen Werten für Bayern hinterlegt. Durch Überschreiben eines Teils dieser Werte mit eigenen Zahlen kommt man den betriebsindividuellen Verhältnissen näher. Vor allem die wichtigsten Daten, wie Erträge, Milchleistung und Erzeugerpreise sollte man korrigieren.
Wer die Internetanwendung LfL-Deckungsbeiträge und Kalkulationsdaten kennt, dem werden die einzelnen Pflanzenbau- und Tierhaltungsverfahren bekannt vorkommen. Das neue Programm nutzt diese als Grundlage für weitergehende Berechnungen.

Klare Orientierung und hilfreiche Informationen

Für eine gute Orientierung im Programm sorgt eine Navigationsleiste, die immer sichtbar ist. Sie ermöglicht zum einen ein freies Springen zwischen den einzelnen Seiten. Zum andern zeigt sie einen sinnvollen Ablauf der Bearbeitung auf, um notwendige Arbeitsschritte nicht zu vergessen (siehe Abbildung 2).
Wichtige Fragen einer Umstellung sind: Wird das selbst erzeugte Futter ausreichen? Steht genügend Einstreu zur Verfügung? Ist eine gute Versorgung der Böden mit Nährstoffen mittel- bis langfristig gewährleistet? Zur Beantwortung dieser Fragen bietet das Programm eine Grobfutterbilanz, eine Strohbilanz und einen Nährstoffsaldo Boden an. Letzterer vergleicht den Nährstoffbedarf der Pflanzenbestände mit der Nährstofflieferung der Viehhaltung und berücksichtigt außerdem die Aufnahme und die Abgabe von Düngern.

Bewertung der Nährstoffe erfolgt nach Wahl

Eine ganz besondere Herausforderung von Wirtschaftlichkeitsberechnungen im ökologischen Landbau ist die ökonomische Bewertung der Nährstoffe. Für die Arbeit mit dem Umstellungsplaner wird hier eine sehr treffende aber gleichzeitig einfache Lösung empfohlen: Grundsätzlich wird darauf verzichtet, die im Betrieb fließenden Nährstoffe ökonomisch zu bewerten. Mit einem Mausklick lässt sich im Programm einstellen, ob mit oder ohne ökonomische Bewertung der Nährstoffe gerechnet werden soll. In jedem Fall sollten aber die Kosten für zugekaufte Dünger berücksichtigt werden. Diese lassen sich im Programm in Summe angeben.

Speichern und Drucken der Ergebnisse

Obwohl das Programm als Webanwendung läuft, so muss dennoch niemand seine Daten der LfL offenlegen. Das Speichern der Zwischen- oder Endergebnisse erfolgt ganz einfach auf der eigenen Festplatte. Von dort kann man die Dateien zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Programm einlesen, um die Planung zu vervollständigen. Und wer die Ergebnisse gerne auf Papier zur Hand hat, kann sich eine PDF-Datei erstellen und diese drucken.

Kon-2-Öko

Zu finden ist der LfL-Umstellungsplaner Kon-2-Öko im Internet unter http://umstellungsplaner.bayern.de oder einfach umstellungsplaner.bayern.de.

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