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Nichtlandwirte kaufen weiter Agrarflächen

Acker

Die Landgesellschaften können trotz Vorkaufrecht den Erwerb von Agrarland durch Branchenfremde kaum verhindern. Nur bei einem Viertel der Prüffälle steigen Landwirte in Kaufverträge ein. Als ein gewichtiges Problem erweist sich die doppelte Grunderwerbsteuer.

am Freitag, 05.06.2020 - 11:26

Agrarland: Sollen Branchenfremde zum Zuge kommen?

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Nach wie vor hoch ist nach Einschätzung des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG) das Interesse von Nichtlandwirten am Erwerb von Agrarflächen. Laut dem aktuellen BLG-Bericht haben die Landgesellschaften im Jahr 2019 insgesamt 641 Verkaufsfälle mit einer Fläche von zusammen rund 4250 ha geprüft. In 148 Fällen mit insgesamt 958 ha wurde das Vorkaufsrecht nach dem Reichssiedlungs- und Grundstückverkehrsgesetz ausgeübt.

Teuer wegen doppelter Grunderwerbssteuer

Ziel des Vorkaufsrechts ist es, Landwirten Vorrang beim Flächenerwerb einzuräumen. Ob dies gelingt, hängt allerdings davon ab, ob sich ein Landwirt findet, der bereit ist, zu den jeweiligen Konditionen in den Kauf einzusteigen. Oft sei möglichen Zweiterwerbern der Kaufpreis zu hoch oder deren wirtschaftliche Lage lasse keinen Flächenerwerb zu, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Goetz.

Eine Rolle spiele dabei nach wie vor die doppelte Grunderwerbsteuer, die zum einen bei der Ausübung des Vorkaufsrechts durch das gemeinnützige Siedlungsunternehmen, zum anderen beim späteren Erwerb der Flächen durch einen Landwirt anfalle und sich kaufpreissteigernd auswirke.

Weiter ausgebaut haben die Landgesellschaften ihr Angebot im Bereich des Kompensationsflächenmanagements. Das Tätigkeitsspektrum reicht dabei von der agrarstrukturell verträglichen Bereitstellung von Ausgleichsflächen bis zur Bevorratung von Ökopunkten und der Tätigkeit als Ökoflächenagentur. Dem Tätigkeitsbericht zufolge belief sich Ende 2019 der Bestand an Projekten auf 202 Vorhaben mit mehr als 3000 ha.

Flächenerwerb und -bevorratung wichtig

Eine wichtige Rolle für die Landgesellschaften spielen traditionell der Flächenerwerb und die Flächenbevorratung zum Zweck der Agrarstruktur- sowie der Infrastrukturverbesserung für die Gemeindeentwicklung und für ökologische Belange.

In den alten Ländern haben die Landgesellschaften 2019 knapp 3000 ha Agrarflächen erworben und rund 2600 ha verkauft. Der Bestand an eigenen Flächen belief sich Ende des Jahres auf gut 18 600 ha.

Die ostdeutschen Landgesellschaften haben 2019 rund 2660 ha gekauft und 1640 ha verkauft. Insgesamt verfügten die Gesellschaften in den neuen Ländern am Jahresende aber noch über rund 46 000 ha. Gut die Hälfte davon entfällt auf die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, die Anfang der 2000er Jahre mehr als 36 000 ha Landesflächen erworben hatte und die sie seither nach und nach mit agrarstrukturverbessernder Wirkung verkauft.