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Stromspeicher

Neue Solaranlage: Rechnen sich Stromspeicher? - Ein Erfahrungsbericht

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Olaf Zinke
am Montag, 19.09.2022 - 08:34

Ich habe eine neue Solaranlage. Und dazu einen Stromspeicher. Um mich unabhängiger zu machen. Aber macht der wirkliche Sinn? Das sind meine Erfahrungen.

Batterie

Ende Juli wurde meine neue PV-Anlage aufs Dach gesetzt. Einen Tick zu früh für die neue höhere Vergütung. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Nenn-Leistung der Anlage beträgt 9,75 KWp - also eine Kleinanlage. Im August war die Leistung natürlich hoch – die Sonne hat viel geschienen. So hat die Anlage im gesamten Monat 1,12 MWh Strom erzeugt. Davon wurden 75 Prozent ins Netz eingespeist – für 6,24 Cent – und 25 Prozent des Stroms hat das Haus verbraucht.

Will man Stromkosten sparen – die nach Aussagen des Vergleichsportals Verivox im August bei 46 Cent je KWh lagen - ist das keine gute Quote.

Deshalb hatte ich im Vorfeld auch über einen Stromspeicher nachgedacht und auch einen einbauen lassen. Der Speicher – natürlich in China gebaut – kostet zusätzlich zu den keineswegs geringen Kosten für 25 Solarpanels (aus China), einen Wechselrichter (aus Deutschland), mehr als 5000 Euro. Also keine kleine Summe, wenn man rechnen muss. Aber eine gute Investition, will man sich unabhängig machen. Denn die Tage werden kürzer und die Sonne scheint weniger – und vor allem der Strom wird fast täglich teurer.

Trotzdem war der Speicher dann im September auch an trüben Tagen in den allermeisten Fällen am Mittag wieder gefüllt. Die Anlage hat auch im September den Tagesbedarf an Strom locker erzeugt und im Schnitt noch 64 % des erzeugten Stroms ins Netz eingespeist. An manchen Tagen auch nur 50 %. Bis Mitte des Monats lag die erzeugte Strommenge bei 464 kWh.

Der halbe Tag (Nacht) kommt aus dem Speicher

Nun zum Stromspeicher oder genauer: Battery-Box von BYD mit einer nutzbaren Kapazität von 7,8 kWh. (Das heißt: Die kWh kostet knapp 700 Euro). Der Hausverbrauch lag im August bei 271 kWh – davon kamen 55 % aus der PV-Anlage und immerhin 43 % aus dem Speicher. Im September hat der Speicher bereits knapp 50 % des Hausverbrauchs geliefert. Und das dürfte mit den kürzeren tagen weiter zunehmen. Das Problem ist natürlich, das der Stromverbrauch oft dann am größten ist, wenn die Sonne nicht mehr scheint – und man ohne Speicher den teuren Strom aus dem Netz kaufen müsste.

Spätesten mit dem Einbruch der Dämmerung versorgt also der Speicher das Haus mit Strom. Je nachdem was man alles für elektrische Geräte nutzt, ob man kocht oder ob Wäsche gewaschen und getrocknet wird, reicht der Speicher in der Regel locker, um den Eigenbedarf auch in der dunklen Tageszeit zu decken.

In der Regel ist der Speicher bis zum Morgen noch zwischen 20 und 30 % gefüllt – über Nacht kann das Haus also seinen kompletten Strombedarf aus dem Speicher beziehen. Und je nachdem wie am nächsten Tag das Wetter ist, ist der Speiche im September bis Mittag überwiegend wieder gefüllt. Im August war es auch deutlich eher. Ab dann fließt der Strom dann wieder komplett Netz oder wir für den laufenden hausverbrauch benötigt.

Kein Strom aus dem Netz – bei hohen Strompreisen

Mein Fazit ist: Ein Stromspeicher rechnet sich trotz der relativ hohen Anschaffungskosten – vor allem vor dem Hintergrund der weiter steigenden Strompreise und der deutlich größeren Unabhängig bei der Versorgung. Experten sagen ebenfalls: Der Sinn eines Stromspeichers besteht darin, mehr Strom selbst verbrauchen zu können. Jede dadurch eingesparte Kilowattstunde senkt bei den aktuellen Preisen für Haushaltsstrom die Stromrechnung deutlich – oder man bezahlt kaum noch etwas.

In meinem Fall habe ich nach dem (langwierigen und mühsamen) Einbau eines Zweirichtungszählers durch den Netzbetreiber mit Freude sehen können, dass das Haus bislang (fast) noch keinen Strom aus dem Netz gebraucht hat. Deshalb rechnet sich ein Stromspeicher über seine gesamte Lebensdauer auf jeden Fall. Dabei führen schon leicht unterschiedliche Annahmen bezüglich der jährlichen Strompreissteigerung zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen.

Dabei dürft der Speicher angesichts der hohen und weiter steigenden Strompreise wohl schon eher abschrieben sein wie die Installationsfirma ausgerecht hat, die von Strompreisen von 32 bis 34 Cent ausging. Das Vergleichsportal Verivox hat bereits für August 46 Cent ermittelt. An der Strombörse wurde Strom zuletzt sogar für 50 bis 70 Cent gehandelt