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Lieferketten

Milchindustrie stöhnt unter den hohen Kosten

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 25.10.2021 - 10:50

Derzeit sieht der Milchindustrie-Verband viele Probleme in den Lieferketten.

„Es fing zunächst mit dem Brexit an, dann mangelte es an Containern aus China in der Pandemiezeit und nun fehlen viele Zusatz- und Hilfsstoffe in den Werken“, äußert sich Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), zur aktuellen Situation.

Von Energiekosten besonders betroffen

Besonders betroffen sei die Branche von steigenden Energiekosten, die teilweise politikgemacht sind. „Deutschland hat den höchsten Strompreis in Europa und der Gesetzgeber sattelt weiter auf“, teil der Verbandschef mit. Milch und Milcherzeugnisse müssen gekühlt, erhitzt und wieder gekühlt werden, um lecker und frisch beim Verbraucher auf dem Teller zu landen. Optimierungsmaßnahmen gab es viele und wurden auch alle genutzt, am Ende braucht man aber eben doch Energie, um Lebensmittel herzustellen, verpacken und haltbar zu machen.

Nahrungsmittel im internationalen Vergleich günstig

Die Weitergabe dieser immensen Mehrkosten ist unabdingbar, auch wenn der Handel das teilweise noch zurückweist. Dem Verband ist auch klar, dass steigende Lebensmittelkosten einen Inflationstreiber darstellen. „Aber Nahrungsmittel in Deutschland bleiben im internationalen Vergleich günstig und damit bezahlbar“, so Heuser. Auch in der Pandemiezeit blieb die deutsche Molkereiwirtschaft lieferfähig, worauf sie auch stolz ist. Die derzeitige Situation zur Verfügbarkeit von Vorprodukten macht dem Verband jedoch Sorgen.

MIV schätzt Rohmilchpreis auf bei 36 Ct/kg

Die Kostenlawine trifft natürlich auch die Landwirtschaft selber. Milcherzeuger kaufen Futtermittel und haben einen hohen Energiebedarf. Die Rufe und Forderungen nach höheren Milchpreisen erscheinen daher verständlich, müssten aber eben bis zum Verbraucher durchgereicht werden.

Im Kalenderjahr 2021 schätzt der Verband den durchschnittlichen Rohmilchpreis für Deutschland bei 4,0 % Fett auf knapp 36 Cent/kg ggü. 32,8 Cent in 2020, das sind knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr.