Förderung

Mehr Geld für Vertragsnaturschutz

Naturschutz
Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 09.01.2020 - 16:21

Umweltministerium stellt Änderungen bei Programmen in 2020 vor.

München - Beim Vertragsnaturschutz werden die Prämien insbesondere für Weidetierhalter, Bewirtschafter von Streuobstwiesen und Teichwirte wesentlich erhöht. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber diese Woche in München: „Mit den erhöhten Prämien wird eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive für Betriebe geschaffen, die mit der naturverträglichen Bewirtschaftung ihrer Flächen Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft übernehmen.“Die Neuerungen im Vertragsnaturschutz gelten nicht nur für Neuantragsteller, sondern auch für Teilnehmer mit bereits laufenden Vereinbarungen. 

Was ist neu?

Erhöhung der Prämien für Streuobstwiesen um 50 %: Statt bislang 8 € pro Baum gibt es zukünftig 12 €. Zusätzlich kann nun die Förderung einer extensiven Beweidung mit der Förderung von Streuobst auf ein und derselben Fläche kombiniert werden.

Erhöhung der Prämien für die extensive Beweidung mit Rindern, Schafen und Pferden von bisher 310 € pro ha und Jahr auf 420 €, bei Beweidung mit Ziegen von bisher 500 € pro ha und Jahr auf 570 €.

Zudem können sich Öko-Bauern nun wesentlich besser beim Vertragsnaturschutz beteiligen. So ist eine Kombination von Ackermaßnahmen im Vertragsnaturschutz mit der Förderung für den ökologischen Landbau (Kulap B10) nun möglich. Dabei wird die Kulap-Prämie in voller Höhe ausgezahlt, beim Vertragsnaturschutz zusätzlich eine Prämie von 310 €/ha um Kornblumen und Acker-Rittersporn eine Chance zu geben. Auch beim Düngeverzicht auf Vertragsnaturschutzäckern wird bei Kombination mit der Kulap-Ökoförderung nun eine Prämie von 120 €/ha gewährt.

Auch für die Teichwirte wird durch deutlich erhöhte Prämien die naturverträgliche Bewirtschaftung der Teiche gesichert. Bisher lag die Prämie für eine besonders naturverträgliche Bewirtschaftung zwischen 490 und 530 €/ha. Diese Prämie wird nun je nach Auflagen auf 640 bis 690 € erhöht. Auch die Prämie für den Nutzungsverzicht aus Artenschutzgründen in ausgewählten Teichen steigt von 590 €/ha auf 720 €/ha.

Alle Änderungen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die EU-Kommission.

Die Antragstellung hat am 7. Januar begonnen und endet am 28. Februar 2020. Interessierte Land- und Teichwirte sowie Schäfer bittet das Umweltministerium, sich bald mit der für sie zuständigen unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. 

Neuantrag oder Anschluss

Bei allen Maßnahmen sind Neuantragstellungen für fünf Jahre möglich, alternativ können für auslaufende Vereinbarungen Anschlussverpflichtungen mit einer Laufzeit von drei Jahren vereinbart werden. In diesen Fällen ist kein Beratungsgespräch an der unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Das Ministerium empfiehlt, sich auch in diesen Fällen mit der unteren Naturschutzbehörde abzustimmen. Sofern vom Bewirtschafter inhaltliche Änderungen gewünscht sind oder neue Flächen hinzugenommen werden sollen, sei auf jeden Fall eine Neuantragstellung für fünf Jahre erforderlich.