Artenschutz

Mehr Geld für Biberschäden ab 2021

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 25.11.2020 - 18:12

22 Prozent oder 100.000 Euro mehr stellt Bayern für Biberschäden bereit. Neue Richtlinien gibt es auch. Der Etat reicht aber nicht.

Biber-Schaden

Ab dem 1. Januar 2021 wird Bayern die Ausgleichszahlungen für Biberschäden um 100.000 Euro erhöhen. Das hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber bestätigt: Statt bisher 450.000 stehen nun jährlich nun 550.000 Euro Verfügung, um Biberschäden in Bayern auszugleichen.

"Die Erhöhung kommt direkt bei den Land-, Forst- und Teichwirten an,"  versichert Glauber. Die Koalitionsfraktionen im Bayerischen Landtag haben sich auf die Erhöhung geeinigt. Das Bayerische Umweltministerium hatte eine Aufstockung des Ausgleichsfonds befürwortet und vorsorglich die hierfür notwendigen Mittel eingeplant.

Neue Richtlinien für Bibermanagement

Parallel dazu treten am 1. Januar 2021 geänderte Richtlinien zum Bibermanagement in Bayern in Kraft. Die bisherigen Biberrichtlinien laufen Ende des Jahres aus. Das Umweltministerium nutzte die Neufassung, um den Schadenausgleich in einigen Punkten zu erweitern. Die neuen Biberrichtlinien werden im Dezember im bayerischen Ministerialblatt veröffentlicht.

So können die sogenannten indirekten Kosten wie Tierarztkosten vollständig in den Schadensausgleich einfließen, nachdem die EU-Kommission dies ermöglicht hatte. Zudem werden Fischereivereinen jetzt auch Schäden an Satzfischen bestandsbedrohter heimischer Fischarten ersetzt.

Schäden sind höher als Etat des Biberfonds

Die Aufstockung des Fonds zum Ausgleich von Biberschäden in Bayern ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt. Das macht Stefan Köhler, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes deutlich. Seit Jahren liegen die von Land-, Forst-,  und Teichwirten gemeldeten Biberschäden zwischen 600.000 und 700.00 Euro pro Jahr. Damit konnte regelmäßig nur ein Anteil jedes gemeldeten Schadens ausgeglichen werden. Die Biberschäden gehen in der Land-, Forst-, und Teichwirtschaft damit zu großen Teilen zu Lasten der Betroffenen.

Damit sei klar, dass das Geld nach wie vor bei hohen und steigenden Biberbeständen nicht ausreichen werde, so der Umweltpräsident. Die Aufstockung des Biberfonds darf nach Köhlers Meinung daher kein Freibrief sein, um in Sachen Bestandsregulierung die Hände in den Schoß zu legen.

Rund 22.000 Biber in Bayern

Der bayerische Biberbestand wird derzeit auf rund 22.000 Tiere in etwa 6.000 Revieren geschätzt. Bayern ist inzwischen fast flächendeckend mit den streng geschützten Tieren besiedelt. Das Umweltministerium hat vor mehr als zehn Jahren das Bayerische Bibermanagement etabliert. Ziel ist es, schadensbedingte Konflikte so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig einen günstigen Erhaltungszustand der bayerischen Biberpopulation sicherzustellen.

Die Zuständigkeit für das Bibermanagement liegt bei den Kreisverwaltungsbehörden, die Entscheidungen zeitnah und vor Ort treffen können.

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BBV fordert Bestandsregulierung

Der Bestand wird mit 22.000 Bibern in Bayern sicherlich unterschätzt. Diese Zahl wurde von offizieller Stelle bereits für das Jahr 2017 genannt. Der Bayerische Bauernverband geht mittlerweile von 25.000 Bibern aus.

„Der nicht mehr vom Aussterben bedrohte Biber sollte daher in seinem Bestand künftig ebenso gemanagt und an die landeskulturelle Verhältnisse angepasst werden, wie es auch mit anderen Wildarten wie dem Rehwild der Fall ist“, sagt Köhler. Hierzu müssten auch endlich der strenge Schutzstatus sowie das Vermarktungsverbot gelockert werden.