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Lohn für Arbeitnehmer

Lohn für landwirtschaftliche Arbeitnehmer: Tarifeinigung erzielt

Feldarbeit
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 02.11.2022 - 16:16

Der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben am 20. Oktober die sogenannte Bundesempfehlung für Landarbeiter beschlossen. Da die Tarifhoheit bei den Mitgliedsverbänden des GLFA liege, komme es nun darauf an, die Inhalte der Bundesempfehlung zügig in regionalen Verhandlungen mit der IG BAU umzusetzen, so der GLFA.

Mit der Bundesempfehlung wird eine Vereinheitlichung der bislang bundesweit sehr unterschied­lichen Lohnstrukturen für Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft  angestrebt. Hierzu werden ab 1.Oktober 2022 für die Gruppen der Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung, der Facharbeiter (ab Folgetag der erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung) sowie der Meister Mindestvergütungen vereinbart:

  • Für Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt in den ersten vier Monaten einer Beschäftigung eine Vergütung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns.
  • Ab dem 5. Beschäftigungsmonat ist eine Vergütung von mindestens 12,50 brutto je Arbeitsstunde zu leisten.
  • Die Vergütung für Facharbeiter beträgt mindestens 14,50 brutto je Arbeitsstunde und
  • die Vergütung für Meister liegt bei mindestens 16,50 brutto je Arbeitsstunde.

Weitere Lohn-/Gehaltsgruppen können in den regionalen Vereinbarungen  festgelegt werden.

Lohnplus vor allem in den neuen Bundesländern

Mit diesen Mindestvergütungen gehen zum Teil deutliche Lohnerhöhungen, insbesondere in den neuen Bundesländern, einher, teilt der GLFA mit.

Zusätzlich erhalten die Beschäftigten mit der Dezembervergütung 2022 eine steuer- und sozial­abgabenfreie lnflationsausgleichsprämie, die für Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer 350 be­trägt.

Die Ausbildungs- und Praktikantenvergütungen werden auf Länderebene geregelt. Dabei ist im ersten Lehrjahr mindestens eine Ausbildungsvergütung von 700 festzusetzen.

Die Bundesempfehlung hat eine Laufzeit bis 31.Dezember 2023.