Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Steuerrecht

Lässt sich ein Biberschaden von der Steuer absetzen?

Population
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 03.02.2021 - 10:56

Das hat nun der Bundesfinanzhof entschieden. Konkret ging es um einen Biberschaden auf einem Wohngrundstück.

Ein Ehepaar hatte auf dem eigenen Wohngrundstück einen Schaden an Terrasse und Garten. Diesen hatten Biber aus einem angrenzenden Naturschutzgebiet verursacht. Für die Reparatur und den Einzug einer „Bibersperre“ mussten sie circa 4.000 Euro bezahlen. Diese Kosten wollten die Eheleute in ihrer Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung absetzen (§ 33 EStG).

Reparaturkosten sind keine außergewöhnlichen Belastungen

Das Finanzgericht Köln und nun auch der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden: Das Ehepaar durfte die Kosten für die Reparatur des Biberschadens nicht steuerlich geltend machen (BFH-Urteil vom 01.10.2020, VI R 42/18). Als Begründung gaben die Richter an, dass ein Wildtierschaden nicht außergewöhnlich ist. Selbst wenn Wildtiere Schäden an existenznotwendigen Gegenständen anrichten, lassen sich die Kosten nicht steuerlich als außergewöhnliche Belastung abziehen.

Das Steuerrecht sei nicht dafür verantwortlich, Wildtierschäden auszugleichen. Vielmehr läge die Verantwortung in der Schadensvermeidung durch naturschutzrechtliche Regelungen.

Was gilt für Biberschaden auf dem Betriebsgrundstück?

Richtet der Biber Schaden auf einem Betriebsgrundstück an, stellt sich die steuerliche Situation anders dar. Die Kosten für die Beseitigung des Schadens sind dann Betriebsausgaben. Lediglich Landwirte, die ihren Gewinn pauschal ermitteln (§ 13a EStG), haben das Nachsehen. Denn bei ihnen sind Betriebsausgaben pauschal abgegolten. „Auch bei einem Grundstück im Rahmen der privaten Vermietung und Verpachtung dürfte der Vermieter die entstandenen Reparaturkosten als Erhaltungsaufwendungen abziehen“, sagt Ecovis-Steuerberaterin Manuela Daffner in Straubing.