Agrarförderung

Kulap: Neue Maßnahmen und verkürzte Laufzeit

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 25.11.2020 - 18:30

Das Kulap-Programm wird zwei neue Maßnahmen zur Extensivierung enthalten. Brüssel muss aber noch grünes Licht geben.

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Das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) für das kommende Jahr enthält zwei neue Maßnahmen. Alle Maßnahmen können Landwirte zunächst nur für zwei Jahre abschließen. Grund dafür ist die EU-Übergangsverordnung bis 2023, teilt das Landwirtschaftsministerium mit.Bestehende Verpflichtungen sind davon nicht betroffen.

Erstmals sind beim Kulap zwei neue Maßnahmen im Programm, die weniger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Ziel haben: B62-Herbizidverzicht im Ackerbau und B63-Einsatz von Trichogramma im Mais. Für die bisherigen Maßnahmen B21/23-Extensive Grünlandnutzung (1,76 GV), B35-Winterbegrünung mit Zwischenfrüchten und B37-Mulchsaat gibt es nun höherwertige Alternativen.

Nähere inhaltliche und organisatorische Informationen zur Antragstellung 2021 will das Ministerium rechtzeitig vor der Antragstellung bekanntgeben. Alle genannten Informationen stehen noch unter dem Vorbehalt der EU-beihilferechtlichen Zustimmung sowie der landeshaushaltsrechtlichen Genehmigung.
 

Kulap startet 2023 neu

Die Maßnahmen sind wegen der Vorgaben der EU-Übergangsverordnung für 2021 und 2022, die derzeit im Entwurf vorliegt, zeitlich begrenzt. Die zweijährige Laufzeit bedeutet nach Ministeriumsangaben allerdings nicht, dass verschiedene Maßnahmen danach nicht weitergeführt werden könnten.

Es können und werden sich bedingt durch die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) für die kommende EU-Förderperiode Veränderungen ergeben, die derzeit noch nicht absehbar sind. So sind etwa die Maßnahmen der zukünftigen Ökoregelungen (Eco schemes) in der ersten Säule der GAP noch nicht beschlossen. Diese haben jedoch Auswirkungen auf das Angebot an Agrarumweltmaßnahmen in der zweiten Säule der GAP. Deshalb wird das KULAP zum Jahr 2023 unter den veränderten Rahmenbedingungen neu starten.

Online-Anträge sind ab 11. Januar möglich

Im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) werden für alle Maßnahmen Neuantragstellungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel weiterhin für fünf Jahre möglich sein. Verbesserungen ergeben sich beim VNP bei der Kombinierbarkeit von Ökolandbau und VNP Wiesen. Landwirten, die am VNP teilnehmen wollen, wird empfohlen, sich frühzeitig zur Beratung an die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt zu wenden. Dies ist ab sofort möglich.

Die Landwirte können die Grundanträge für die flächenbezogenen Agrarumweltmaßnahmen KULAP und VNP vom 11. Januar bis zum 24. Februar bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellen. Nach den positiven Erfahrungen in diesem Jahr wird die Antragstellung ausschließlich online erfolgen.