Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Fördermaßnahmen

Kulap: Diese Prämien gibt es für Grünland und Ökolandbau

Kulap2_B2
Hans Dreier
Hans Dreier
am Mittwoch, 10.08.2022 - 15:20

Bewirtschafter von Wiesen und Weiden und Sonderbereichen sowie Ökobauern und Bewirtschafter können ab 2023 wieder auf Fördermittel durch das bayerische Kulturlandschaftsprogramm, kurz Kulap, zählen.

Welche Maßnahmen vorgesehen sind, stellen wir hier nachfolgend vor. Die Ausführungen stehen unter Vorbehalt, bis das Programm abschließend genehmigt ist. Bis zur Genehmigung des bundesdeutschen GAP-Strategieplans und der haushaltsrechtlichen Genehmigung durch das Staatsministerium der Finanzen und für Heimat können sich daher im Detail noch Änderungen ergeben. Die Kulap-Maßnahmen ab 2023 für den Ackerbau finden sie hier.

Extensive Grünlandnutzung (K10)

Bewirtschaftung der gesamten Dauergrünlandfläche des Betriebs entsprechend den Auflagen. Verzicht auf Mineraldünger, mit Ausnahme einer Kalkung. Maximaler Viehbesatz von 1,00 GV/ha HFF im gesamten Betrieb. Dabei darf insgesamt nur der Wirtschaftsdünger ausgebracht werden, der einem Viehbesatz von maximal 1,00 GV/ha LF entspricht.  Mindestbesatz 0,3 RGV/ha HFF. Förderfähig sind Wiesen, Mähweiden, Weiden sowie Hutungen, Sommerweiden für Wanderschafe (451-454, 460). Streuwiesen sind von der Zuwendung ausgeschlossen.

Prämie: 110 € je ha

Heumilch – Extensive Fütterung (K12)

Antragsberechtigt sind nur Milcherzeuger (Nachweis Milchgeldabrechnung bzw. Registrierung als direktvermarktender Milcherzeuger). Gefördert wird der Verzicht auf die Bereitung und den Einsatz von Silage im gesamten Betrieb. Förderfähig sind Grünlandflächen (NC 441-443, 451-453) sowie Ackerfutter mit den NC 421-428.

Prämie: 100 € je ha

Insektenschonende Mahd (K14)

Gefördert wird die insektenschonende Mahd mittels eines Messermähwerks ohne Aufbereitung. Zur Dokumentation ist je Schnittzeitpunkt und Feldstück ein georeferenziertes Foto einzureichen. Sämtliche Schnittmaßnahmen sind mit der vorgegebenen Technik durchzuführen. Eigenmechanisierung und überbetriebliche Arbeitserledigung sind gleichermaßen zulässig. Die Maßnahme ist einzelflächenbezogen.

Prämie: 60 € je ha

Extensive Grünlandnutzung mit Schnittzeitpunkten

Nutzungsverbot (einschließlich Mulchen) von Wiesen vor dem
15. Juni (K16)
1. Juli (K17)
Förderfähig sind Wechselgrünland, Wiesen und Mähweiden, auch soweit sie neu eingesät sind (NC 428, 441, 442, 451, 452). Die Hauptnutzung hat jährlich in der Vegetationsperiode bis spätestens 15. November zu erfolgen. Die Förderfläche ist auf insgesamt 6  ha  pro Betrieb begrenzt.  

Prämie:
K16: 320 € je ha
K17: 370 € ja ha

Extensive Grünlandnutzung entlang von Gewässern und in sonstigen sensiblen Gebieten (K18)

Nur für Flächen möglich, die in den erweiterten wassersensiblen Gebietskulissen liegen. Verzicht auf jegliche Düngung (ausgenommen Kalkung). Förderfähig sind Wiesen, Weiden und Mähweiden, auch soweit sie neu eingesät sind (NC 441-443, 451-453). Die Grünlandflächen sind jährlich mindestens einmal während der Vegetationsperiode (Hauptnutzung bis spätestens 15. November) zu mähen oder durch Hüteschafhaltung zu beweiden. Die Förderfläche, auch bei Kombination mit K58, ist auf maximal 5 ha im Betrieb beschränkt.

Prämie: 350 € je ha

Mahd Steilhangwiesen (K20)

Gefördert wird eine Mähnutzung, die während der Vegetationsperiode (Hauptnutzung bis 15. November) mindestens einmal jährlich erfolgen muss. Förderfähig sind Wiesen und Mähweiden (NC 451, 452). Eine Beweidung ist zulässig, soweit keine Erosionsgefahr besteht. Die Ermittlung der Flächenanteile in der jeweiligen Hangneigungsstufe erfolgt über den digitalen Hangneigungslayer am AELF. Der Nachweis der Mahd erfolgt mittels georeferenziertem Foto.

Prämie:
30 - 49 % Steigung: 450 €/ha
ab 50 % Steigung: 650 €/ha

Bewirtschaftung von Almen und Alpen (K22)

Förderfähig sind anerkannte Almen und Alpen. Es wird die erschwerte Bewirtschaftung auf einer staatlich anerkannten Alm/Alpe honoriert. Die in die Zuwendung einbezogenen Alm-/Alpflächen sind jährlich zu beweiden.

Prämie: 80 € je ha

Herbizidverzicht im Hopfenbau (K70)

Förderfähig ist der Verzicht von Herbiziden auf Hopfenflächen im eingegangenen Verpflichtungsumfang.

Prämie: 150 € je ha

Herbizidverzicht im Weinbau (K72)

Förderfähig ist der Verzicht von Herbiziden auf Rebflächen im eingegangenen Verpflichtungsumfang.

Prämie: 420 € je ha

Weinbau in Steil- und Terrassenlagen (K74)

Zu fördernde Rebflächen müssen grundsätzlich in der von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau durchgeführten Kartierung der Steil- und Terrassenlagen liegen. Förderfähig sind bestockte Rebflächen in Steil- und Terrassenlagen, die aufgrund ihrer Hangneigung oder wegen vorhandener Stützmauern nur unter erschwerten Bedingungen bewirtschaftet werden können. Die Höhe der Zuwendung ist entsprechend dem Ausmaß der standortbedingten Arbeitserschwernis gestaffelt. Maßgeblich ist die in der Weinbaukartierung hinterlegte Stufe. Während des Verpflichtungszeitraums können keine Fördermaßnahmen aus dem bayerischen Programm zur Stärkung des Weinbaus – Teil A (Umstrukturierung und Sortenumstellung von Rebflächen) beantragt werden.

Prämien
Stufe 1: Nicht direktzugfähige Kleinterrasse                   4.000 €/ha
Stufe 2: Seilzug/erschlossene Kleinterrassen                 2.500 €/ha
Stufe 3: Erschwerter Direktzug ab 47 % Hangneigung   1.500 €/ha
Stufe 4: Erschwerter Direktzug ab 40 % Hangneigung   1.000 €/ha

Streuobst – Erschwerte Unter­nutzung (K78)

Gefördert werden hochstämmige Obstbaum-Arten mit einer Stammhöhe von mindestens 1,4 m. Förderfähig ist die erschwerte Unternutzung unter bestehenden oder neu gepflanzten Streuobstbäumen (Kernobst, Steinobst).  Es werden max. 100 Streuobstbäume pro ha LF des Feldstücks gefördert. Streuobstbäume, die sich in einem Landschaftselement „Hecke“ oder „Feldgehölz“ befinden, sind nicht förderfähig. Nicht förderfähig sind Bäume auf Nutzungen (NC) 059, 061, 545, 546, 564, 567, 583, 591, 592, 825, 826, 833, 834, 838, 841, 844, 920, 958, 983, 990, 994, 996.

Prämie: 12 € je Baum

Bereitstellung von Flächen für Struktur- und Landschaftselemente (K88)

Gefördert wird die Bereitstellung landwirtschaftlich genutzter Flächen (LF) für neuangelegte Struktur- und Landschaftselemente, die dem Cross Compliance-Beseitigungsverbot unterliegen. Der förderfähige Flächenumfang ergibt sich aus dem Flächenumfang des neuangelegten Struktur- oder Landschaftselementes. Das neu angelegte Struktur- und Landschaftselement kann nur einmal an der Maßnahme K88 teilnehmen.

Prämie: 40 € je ar

Förderung kleiner Strukturen (K99)

Die in die Förderung einbezogenen Feldstücke (Acker, Grünland, Dauerkulturen) weisen eine Größe von
0-0,5 ha (Variante 1) bzw.
0,5-1,0 ha (Variante 2) auf.

Prämie:
Variante 1: 60€/ha
Variante 2: 30€/ha

Ökologischer Landbau im Gesamtbetrieb (O10)

Für Neueinsteiger in den ökologischen Landbau im Gesamtbetrieb wird während der Umstellungsphase in den ersten beiden Verpflichtungsjahren folgende Zuwendung gewährt:

Prämie Umstellung
Acker 423 €/ha
Grünland 423 €/ha
Dauerkulturen 1300 €/ha
Gemüse/Gärtnerisch genutzte Flächen 630 €/ha
Prämie Beibehaltung
Acker 314 €/ha
Grünland 284 €/ha
Dauerkulturen 1000 €/ha
Gemüse/Gärtnerisch genutzte Flächen 485 €/ha

Ökologischer Landbau – Zuschuss für Transaktionskosten (O12)

Für den zusätzlichen Arbeitszeitbedarf für die Betriebsführung in den Bereichen Aufzeichnungen, Antragswesen, Information und Weiterbildung zur Erfüllung der EU-Vorgaben (in Verbindung mit der Maßnahme O10).

Prämie: 40 € je ha
max. 600 € je Antragsteller

Umwandlung von Acker- in Dauergrünland in Moor­gebieten (M10)

Nur für Flächen, die in der Gebietskulisse „Moore“ liegen. Es können nur Flächen in die Maßnahmen einbezogen werden, die in den beiden Vorjahren des ersten Verpflichtungsjahrs in der Hauptnutzung als Ackerflächen bewirtschaftet wurden. Flächen müssen bereits ab dem ersten Verpflichtungsjahr einer Hauptnutzung als Wiese, Weide oder Mähweide unterliegen. Eine Rückumwandlung nach Ende des Verpflichtungszeitraums in Acker ist ausgeschlossen. Flächen können nur einmalig in die Maßnahme einbezogen werden.

Prämie: 3.300 € je ha

Sommerweidehaltung für Rinder (T10)

Mindestens zweimonatige und maximal viermonatige Weidezeit innerhalb des Zeitraums 15. Mai bis 31. Oktober mit täglichem Weidegang für die beantragten Weidegruppen. Die Weidezeit kann innerhalb des genannten Zeitraums variabel im Rahmen des Antrags festgelegt und auf maximal zwei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Jeder Zeitabschnitt umfasst dabei mindestens einen Monat (30 Tage) am Stück. Während der festgelegten Weidezeit ist mindestens einmal pro Tag ein Weidegang zu gewähren. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn der physiologische Zustand bzw. eine Krankheit des Tieres oder Witterungsextreme einen Weidegang ausschließen.

Prämie: bei max. Weidezeit von 4 Monaten (120 Tage) 75 € je GV

Hinweis

Einige Kulap-Maßnahmen, wie die Förderung der Teichwirtschaft sind inhaltlich noch nicht endgültig geklärt und sind aus diesem Grund in der vorstehenden Auflistung nicht enthalten.