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Bauen

Kreditzinsen erneut gesunken

Zinssatz
Hans Dreier
Hans Dreier
am Freitag, 29.07.2022 - 08:43

Die Rentenbank nimmt die Zinssätze erneut um 0,2 Prozentpunkte zurück.

Nach einem rasanten Anstieg im Juni sind die Kreditzinsen seit Anfang Juli wieder rückläufig. Bereits Anfang Juli hatte die Landwirtschaftliche Rentenbank in Frankfurt am Main ihre Zinssätze in zwei Schritten um insgesamt 0,50 Prozentpunkte gesenkt. Nach einer weiteren Absenkung am 14. Juli um 0,15 Prozentpunkte ging es am 27. Juli erneut um bis zu 0,20 Prozentpunkte nach unten.

Für ein Ratendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit und zehn Jahren Zinsbindung beträgt der Zinssatz in der günstigsten Preisklasse A jetzt 2,60 %, in der Preisklasse C bezahlt man 3,3 %. Landwirte können zu diesen Konditionen Investitionen zum betrieblichen Wachstum und zur Produktionssicherung finanzieren.

Rückgang zum jetzigen Zeitpunkt ist verwunderlich

Der Rückgang der Kreditzinsen zum jetzigen Zeitpunkt verwundert ein wenig, denn die Europäische Zentralbank hat gerade den Leitzins von 0 auf 0,5 Prozentpunkte erhöht. Zu diesem Leitzins können sich Banken bei der Zentralbank Geld besorgen.

Entscheidend für die Bauzinsen sind allerdings nicht die Leitzinsen, die die EZB festsetzt, sondern die langfristigen Zinserwartungen. Diese werden aber vor allem an den Anleihemärkten verhandelt. Und dort macht sich derzeit die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung breit. Viele Anleger flüchten von Aktien in Staatsanleihen, sodass die dafür gezahlten Zinsen sinken.

Landwirte, die aktuell ein Kreditangebot ihrer Bank vorliegen haben, sollten vor der Unterschrift nochmal fragen, ob die Zinsen „tagesaktuell“ noch gesunken sind. Unter Umständen kann man noch eine kleine Verbesserung des Zinssatzes herausholen.

Entspannung sorgt für Verhandlungsspielraum

Die Entspannung bei den Bauzinsen verschafft Landwirten, die Bauvorhaben planen, kurzfristig noch etwas Zeit fürs Verhandeln. Zu lange sollte man damit aber nicht warten, viele Fachleute gehen davon aus, dass die Zinsen bis Jahresende wieder ansteigen werden.

Landwirte, die durch die aktuellen Krisen Zahlungsprobleme haben, können weiterhin auf zinsgünstige Liquiditätskredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank zurückgreifen. Die Darlehen stehen zur Deckung des Liquiditätsbedarfs bereit, der aus dem starken Anstieg bei Futter-, Düngemittel- und Energiepreisen resultiert. Anträge für diese Darlehen können über die Hausbanken gestellt werden. Das Programm ist bis 31. Dezember 2022 befristet.