Lieber Leser

Kleine Hoffnungsschimmer

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Sepp Kellerer
am Donnerstag, 27.09.2018 - 10:55

Es ist immer mein Bestreben, Ihnen zum Einstieg in das Heft auch ein paar gute Nachrichten zu präsentieren.

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Aber damit tue ich mich heute schwer. Knüpfen wir an das Thema von letzter Woche an. Die Ferkelerzeuger haben die kalte Dusche abkommen. Die Sitzung des Bundesrates hat in Bezug auf die Ferkelkastration keinen Fortschritt gebracht, weder bei der Zulassung der örtlichen Betäubung durch den Landwirt, noch beim Einräumen einer Übergangsfrist. Aber noch ist die Türe nicht endgültig zugeschlagen. Es soll jetzt nochmal ein Anlauf über den Bundestag unternommen werden.

Auch nicht sonderlich positiv stellt sich die Entwicklung bei den Dürrehilfen dar. Anscheinend ist das Antragsverfahren so kompliziert, dass viele Betroffene sich diese Arbeit nicht antun wollen. Das birgt eine Gefahr in der Außenwirkung. Sehr schnell könnte es heißen: Da fordern die Bauern eine Milliarde, bekommen bis zu 340 Mio. € und rufen nur einen Teil davon ab; typisch erst mal groß jammern, auch wenn es gar nicht so schlimm ist.

Wenigstens hat die Bundesregierung inzwischen erkannt, dass die Dürre auch im Wald für große Schäden gesorgt hat. Deshalb wird sie jetzt prüfen, ob es auch dafür einen Ausgleich geben kann. Nochmal zurück zum Bundesrat. Der hat sich im Hinblick auf die sogenannten steuerfreien Risikorücklagen ein Stück bewegt. Das birgt die Chance, dass sich die Betriebe selber besser gegen Wetterrisiken absichern können und künftig vielleicht weniger auf den Staat angewiesen sind.

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle auch noch auf den Holzmarkt eingehen, aber über den Holzmarkt kann man derzeit fast nichts schreiben, außer dass es praktisch keinen gibt. Man muss froh sein, wenn man dem Borkenkäfer noch hinterherkommt und man muss froh sein, wenn das Käferholz dann auch in vertretbaren Zeiträumen abgefahren wird. Auch wenn Sie, liebe Leser, längst die Lust an der Waldarbeit verloren haben, geben Sie nicht auf, bleiben Sie vor allem dran am Käfer!

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht alles mit Käferholz machbar ist und Frischolz gebraucht wird. Dann wäre es aber auch konsequent, wenn frische Stammholzabschnitte aus Käferholzpartien zum Frischholzpreis abgerechnet werden. Im letzten Jahr hat das funktioniert. Einen gewissen Lichtblick gibt auch das Laubholz. Buche und vor allem Eiche sind gefragt.