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Steuerfreie Sonderzahlung

Inflationsausgleichsprämie: Ein Zusatzlohn, der voll ankommt

Danke für deinen Einsatz: Der Inflationsausgleich muss zusätzlich zum Lohn gezahlt werden, eine Entgeltumwandlung ist nicht zulässig.
Hans Dreier
Hans Dreier
am Dienstag, 22.11.2022 - 12:59

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern bis zu 3000 Euro steuerfrei zahlen

Wegen der anhaltenden Preissteigerung hat die Bundesregierung ein weiteres Entlastungspaket beschlossen, um die Bevölkerung erneut zu unterstützen. Arbeitgeber haben nun die Möglichkeit, ihren Beschäftigten eine Sonderzahlung von bis zu 3000 € steuerfrei zu gewähren – die sogenannte Inflationsausgleichsprämie.

Die Inflationsausgleichsprämie ist eine steuer- und beitragsfreie Sonderzahlung, die vom Arbeitgeber auf freiwilliger Basis gewährt werden kann. Von Seiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besteht keinerlei Anspruch darauf. Durch den Verzicht auf Steuern und Sozialabgaben schafft der Staat bei den Betrieben jedoch einen starken Anreiz für eine zusätzliche Lohnzahlung, die 1:1 bei den Beschäftigten ankommt – ohne jegliche Abzüge.

Ein freiwilliges Geschenk vom Arbeitgeber

Die Prämie kann bis zum 31. Dezember 2024 gewährt werden. Der Höchstbetrag von 3000 € darf einmalig für jedes Dienstverhältnis in Anspruch genommen werden. Eine Auszahlung in Teilbeträgen ist möglich, die Gesamtsumme darf bis Ende 2024 jedoch 3000 € nicht überschreiten. Es wäre zum Beispiel auch möglich, für die Jahre 2022, 2023 und 2024 jeweils 1000 € zu zahlen.

An den Zusammenhang zwischen Leistung und Inflationsausgleich werden nach der Gesetzesbegründung keine besonderen Anforderungen gestellt. Es genügt, wenn der Arbeitgeber in beliebiger Form deutlich macht, dass die Leistungen im Zusammenhang mit der Preissteigerung stehen. Zum Beispiel durch einen entsprechenden Hinweis auf dem Überweisungsträger im Rahmen der Lohnabrechnung.

Auch für Minijobber

Die Inflationsausgleichsprämie können alle Arbeitnehmer erhalten – ganz egal, ob sie eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung ausüben. Demnach können auch Minijobber sie bekommen. Arbeitnehmerinnen mit mehreren Beschäftigungen können die Inflationsausgleichsprämie jeweils von jedem ihrer Arbeitgeber erhalten.

Beispiel: Otto B. arbeitet hauptberuflich auf einem Milchviehbetrieb und übt daneben einen Minijob aus. Somit kann er die Inflationsausgleichsprämie grundsätzlich von beiden Arbeitgebern erhalten. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer insgesamt sogar bis zu 6000 € als Inflationsausgleichsprämien erhalten.

Unternehmen können die Inflationsausgleichsprämie entweder steuerfrei auszahlen oder als Sachlohn steuerfrei gewähren. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist aber, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.

Zahlung muss zusätzlich zum Lohn erfolgen

Zum Jahresende stellt sich die Frage, ob übliche oder vereinbarte Sonderzahlungen wie zum Beispiel Weihnachtsgeld in steuerfreie Leistungen umgewandelt werden können. Regelmäßig klappt das wegen des im Gesetz verankerten Zusätzlichkeitskriteriums nicht. Eine Vereinbarung über Sonderzahlungen, die ohne einen Inflationsbezug getroffen wurde, kann nicht nachträglich in eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie umgewandelt werden. Leistungen des Arbeitgebers, die auf einer vertraglichen Vereinbarung oder einer anderen rechtlichen Verpflichtung beruhen, die vor dem 25. Oktober 2022 getroffen worden ist, können nicht als Inflationsausgleichsprämie gewährt werden.

Zusammengefasst: Extra vom Chef

Für die Auszahlung der Prämie zur Inflationsentlastung gelten folgende Regelungen:

  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie bis zum 31. Dezember 2024 auszahlen.

  • Die Obergrenze von insgesamt 3000 € gilt für den gesamten Zeitraum und entsteht nicht jedes Jahr aufs Neue.

  • Arbeitgeber können frei entscheiden, in welcher Höhe die Inflationsausgleichsprämie gezahlt wird und auch den Zeitpunkt selbst festlegen.

  • Die Sonderzahlung erfolgt zusätzlich zum Verdienst. Sie wird bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung einer Beschäftigung nicht zum Arbeitsentgelt hinzugerechnet.

  • Unternehmen haben auch die Möglichkeit, den Gesamtbetrag in mehreren Teilbeträgen zu zahlen.

  • Die Prämie wird bei einkommensabhängigen Sozialleistungen nicht als Einkommen angerechnet.