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Importgüter

Immense Kostensteigerung bei Düngemitteln

Importgüter
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 28.02.2022 - 11:30

Die Importpreise waren im Januar 2022 um 26,9 % höher als im Januar 2021. Ganz vorne mit dabei sind Düngemittel.

Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1974 im Rahmen der ersten Ölpreiskrise gegeben (+28,8 % gegenüber Oktober 1973).

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Dezember 2021 bei +24,0 % gelegen, im November 2021 bei +24,7 %. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2021 stiegen die Importpreise im Januar 2022 um 4,3 %. Eine höhere Steigerung gegenüber einem Vormonat hatte es zuvor im Januar 1980 gegeben (+4,4 % gegenüber Dezember 1979).

Energiepreise als Treiber

Energieeinfuhren waren im Januar 2022 um 144,4 % teurer als im Januar 2021 (+12,9 % gegenüber Dezember 2021). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im Januar 2022 mehr als viermal so hoch wie im Januar 2021 (+302,7 %). Deutlich teurer als vor einem Jahr waren auch Erdöl mit +66,8 % und Mineralerzeugnisse mit +73,2 %.

Elektrischer Strom war 212,5 % teurer als im Januar 2021. Gegenüber Dezember 2021 gaben die Preise aber deutlich nach (-23,4 %).

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 161,1 % über denen von Januar 2021.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Januar 2022 um 14,5 % höher als im Januar 2021 und 2,5 % höher als im Vormonat Dezember 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 24,1 % über dem Stand des Vorjahres (+3,7 % gegenüber Dezember 2021).

Ausgewählte Veränderungen bei den Importpreisen im Januar 2022
Importpreisindex für Veränderung
Januar 2022
zu Januar 2021
Veränderung
Januar 2022
zu Dezember 2021
in %
Vorleistungsgüter 24,5 3,6
darunter:    
Düngemittel und Stickstoffverbindungen 175,5 5,1
Rohaluminium 63,8 8,8
Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 55,6 3,8
Holz, gesägt und gehobelt 42,4 -1,6
Kunststoffe in Primärformen 40,8 2,7
Investitionsgüter 5,9 1,2
Gebrauchsgüter 6,2 0,9
Verbrauchsgüter 8,6 2,3
darunter:    
Pflanzliche und tierische Öle und Fette 24,7 4,1
Energie 144,4 12,9
davon: 
Erdgas, roh 302,7 17,1
Elektrischer Strom 212,5 -23,4
Steinkohle 161,1 4,3
Mineralölerzeugnisse 73,2 12,0
Erdöl, roh 66,8 11,4
Landwirtschaftliche Güter 21,0 2,5
darunter:    
Rohkaffee 68,2 -0,1
Getreide 29,8 -0,2
Lebende Schweine -0,6 6,5

Preise für Düngemitteln und Stickstoffverbindungen gehen durch die Decke

Importierte Vorleistungsgüter waren im Januar 2022 um 24,5 % teurer als im Vorjahresmonat.

Gegenüber Januar 2021 wurden infolge der Energiepreisentwicklung wie schon im Vormonat insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+175,5 %). Deutlich teurer als im Januar 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+63,8 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+55,6 %), gesägtes und gehobeltes Holz (+42,4 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+40,8 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2022 um 5,9 % über denen von Januar 2021. Teurer waren unter anderem Notebooks (+6,2 %), Maschinen (+6,1%), Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,7 %) sowie Smartphones (+4,5 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 8,6 % teurer, Gebrauchsgüter 6,2 %.

Landwirtschaftliche Import ziehen an

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 21,0 % über denen von Januar 2021. Während insbesondere Rohkaffee (+68,2 %) und Getreide (+29,8 %) gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin deutlich teurer waren, wurden lebende Schweine zu niedrigeren Preisen importiert (-0,6 %). Im Vormonatsvergleich stieg ihr Preis aber weiter an (+6,5 %).

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