Fortführung des Betriebes

Hofnachfolger fehlen

Hoferbe
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 20.09.2021 - 11:15

Bei 69.470 landwirtschaftlichen Einzelunternehmen mit Inhabern ab 55 Jahren ist die Weiterführung des Betriebes noch nicht geklärt.

Fortführung des Betriebes

Der Anteil der Unternehmen, in denen die Nachfolge bereits geregelt wurde, variierte in den einzelnen Bundesländern zwischen etwa einem Viertel (Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin) und über 40 Prozent (Bayern, Nordrhein-Westfalen).

Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen auch, dass in größeren Betrieben häufiger eine Hofnachfolge zur Verfügung steht als in kleineren Betrieben. Insgesamt war im Jahr 2020 bei 69.470 landwirtschaftlichen Einzelunternehmen mit Betriebsinhabern und -inhaberinnen ab 55 Jahren die Weiterführung des Betriebes noch nicht geklärt. Dies entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent. Einzelunternehmen mit geregelter Nachfolge oder mit einem Betriebsinhaber bzw. einer Betriebsinhaberin unter 55 Jahren machen mit 70 Prozent eine deutliche Mehrheit der Einzelbetriebe aus.

39.000 Personen haben Junglandwirteprämie beansprucht

Um für Jüngere einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, einen Hof zu übernehmen oder neu zu gründen, gibt es seit 2015 neben anderen Fördermöglichkeiten die sog. Junglandwirteprämie, mit welcher junge Landwirte und Landwirtinnen fünf Jahre lang von der Europäischen Union unterstützt werden können. In den Jahren 2018 bis 2020 kamen in Deutschland gut 39 000 Personen bis 40 Jahre diese Gelder zugute.

Während in den befragten Betrieben im Haupterwerb zu 41 Prozent die Hofnachfolge bereits gesichert war, war die Nachfolgeregelung der Nebenerwerbsbetriebe bei 34 Prozent noch unklar. Auch hier lässt sich eine regional unterschiedliche Verteilung erkennen, welche durch Faktoren wie Bodengüte, klimatische Verhältnisse oder Marktnähe und der damit verbundenen Betriebsausrichtung zu erklären ist.