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6b-Rücklage

Grundstücksverkauf: Steuern sparen mit Reinvestition

Der Gewinn aus Grundstücksverkäufen ist steuerfrei, wenn der Erlös später reinvestiert wird. Dabei kommt es aber auf die Nutzung an.
Hubert Darchinger
Hubert Darchinger
am Freitag, 09.12.2022 - 10:56

Landwirte müssen den Gewinn aus dem Verkauf eines Wirtschaftsguts nicht gleich versteuern, sondern dürfen Rücklagen bilden. Worauf dabei zu achten ist.

Landwirte, die Wirtschaftsgüter verkaufen, können den Veräußerungsgewinn bei den Anschaffungskosten anderer Wirtschaftsgüter abziehen. Das gilt, wenn sie diese im Wirtschaftsjahr der Veräußerung oder im vorangegangenen Wirtschaftsjahr anschaffen. Darauf weist Ecovis in einem Beitrag hin.

Wer den Gewinn nicht gleich auf andere Wirtschaftsgüter überträgt, könne demzufolge stattdessen auch eine sogenannte 6b-Rücklage bilden. Diese mindert den steuerlichen Gewinn des Unternehmens. Allerdings ist die Rücklage nach maximal vier Jahren aufzulösen, falls die Reinvestition nicht erfolgt.

Was gilt beim Tausch von Grundstücken?

Die neu angeschafften Wirtschaftsgüter müssen prinzipiell zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte gehören, damit sie übertragbar sind. Dazu zählen alle Wirtschaftsgüter, die der Landwirt angeschafft, hergestellt hat oder in sein Betriebsvermögen einlegt. Diese Wirtschaftsgüter müssen entweder notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen darstellen.

Ein Urteil des Finanzgerichtes Münster vom 14.06.2022 (AZ 13 K 3457/19 F) definiert den Unterschied:

  • Notwendiges Betriebsvermögen: Dabei handelt es sich um Wirtschaftsgüter, die Landwirte unmittelbar für eigene betriebliche Zwecke nutzen. Sie sind objektiv erkennbar zum unmittelbaren Einsatz im Betrieb bestimmt.
  • Gewillkürtes Betriebsvermögen: Wirtschaftsgüter sind dann willkürbar, also sowohl privat als auch betrieblich nutzbar, wenn sie in einem objektiven Zusammenhang zu dem Betrieb stehen.

Konkreter Fall: Es kommt auf die Nutzung an

Im Streitfall kaufte ein Landwirt neue Grundstücke. Er wollte darauf die Veräußerungsgewinne eingetauschter Grundstücke übertragen. Da die Grundstücke jedoch verpachtet und mit einem Seniorenzentrum mit Parkflächen bebaut wurden, ist eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung – auch in der Zukunft – auszuschließen.

„Im Ergebnis sind die Grundstücke dem Privatvermögen zuzuordnen. Ein Tausch verursacht also nicht automatisch Betriebsvermögen“, sagt Ecovis-Steuerberaterin Julia Schuster in Landau.

Fazit: Rücklage schafft zeitlichen Aufschub

„Mit Hilfe des 6b können Unternehmen ihre Firmenstruktur sinnvoll anpassen, da sie eine Substanzbesteuerung des Anlagevermögens zunächst umgehen“, sagt Julia Schuster. Allerdings ist das nur ein zeitlicher Aufschub. „Die Details zur 6b-Rücklage sind extrem kompliziert. Die Rücklage hilft Unternehmen aber gerade jetzt in Zeiten der Krise enorm, weil sich ein Liquiditätsvorteil erzielen lässt. Wir raten Landwirten aber, sich vor einem Grundstücksverkauf steuerlich beraten zu lassen“, so Steuerberaterin Schuster.