Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Steuererklarung

Grundsteuer: Verwirrung um Zähler und Nenner

Steuererklärung
Hans Dreier
Hans Dreier
am Donnerstag, 10.11.2022 - 08:33

Die Grundsteuererklärung ist alles andere als einfach. Für Verwirrung sorgen dabei insgesamt drei Eingaben, bei denen Zähler und Nenner verlangt werden:

Drei Eingaben, bei denen Zähler und Nenner verlangt werden:

  1. bei den Eigentumsverhältnissen,
  2. der Flurstücknummer und
  3. der wirtschaftlichen Einheit.

Wenn die Immobilie beiden Ehegatten gehört, muss nur eine Grundsteuererklärung abgegeben werden.

Die Flurstücknummer besteht normalerweise ebenfalls aus einem Zähler und einem Nenner und sieht beispielsweise so aus: 94/110. Allerdings hat nicht jede Flurstücknummer einen Nenner. Besteht sie nur aus einer Zahl, dann lässt man das Feld für den Nenner frei.

Es kann sein, dass einem Eigentümer nur ein Teil des Grundstücks gehört, etwa wenn eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus liegt. Hier geben Zähler und Nenner dann den eigenen Anteil an der Grundstücksfläche an, etwa 50/1000. Den eigenen Anteil am Gesamteigentum findet man z. B. im Kaufvertrag.

So wird die Grundsteuer berechnet

Die Grundsteuer wird wie bisher in drei Stufen berechnet:

Grundsteuerwert

x Steuermesszahl

= Grundsteuermessbetrag

x Hebesatz

= Grundsteuer

Diese Werte leiten sich wie folgt ab:

  • Grundsteuerwert: ermittelt das Finanzamt anhand der jetzt abzugebenden Feststellungserklärung.
  • Steuermesszahl: ist gesetzlich festgelegt.
  • Hebesatz: legt die Gemeinde beziehungsweise Stadt fest.

Wohngrundstücke

Vereinfacht lässt sich das bayerische Modell für Wohngrundstücke (Grundsteuer B) wie folgt darstellen:

Beispiel: Landwirtschaftliches Betriebsleiterwohnhaus mit 1000 Quadratmeter Grund und 200 Quadratmeter Wohnfläche.

1. Schritt: Berechnung des Äquivalenzbetrages:

1000 m² Grund x 0,04 €/m² = 40 €

200 m² Wohnfläche x 0,50 €/m² = 100 €

2. Schritt: Ermittlung des Grundsteuermessbetrags

Grund: 40 € x 100 % = 40 €

Wohnung: 100 € x 52,5 % = 52,5 €

Grundsteuermessbetrag 92,5 €

3. Schritt: Berechnung der Grundsteuer:

92,5 € x Hebesatz der Gemeinde ( z. B. 250 %) = 231,25 € jährliche Grundsteuer

Landwirtschaftlicher Betrieb

Der Grundsteuermessbetrag für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb wird anhand der Flächengröße und der Nutzung mithilfe von Pauschalwerten ermittelt. Ausführliche Beispiele zur Berechnung der Grundsteuer A wurden in den Wochenblatt-Ausgaben 12 bis 15/2022 vorgestellt. Die Beiträge sind unter www.wochenblatt-dlv.de online über das Heftarchiv des Wochenblattes abrufbar.