Wirtschaftsweise

Großteil der Biolandwirte würden sich wieder für "Bio" entscheiden

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aiz
am Dienstag, 11.09.2018 - 15:19

98% der österreichischen Biolandwirte würden sich wieder für den Biolandbau entscheiden, wenn sie erneut zwischen konventioneller und biologischer Wirtschaftsweise wählen müssten,

Das geht aus einer Umfrage von 500 Landwirten durch KeyQUEST Marktforschung hervor. 89% der Befragten gaben an, "sicher" wieder auf Bio umzustellen und weitere 9% würden sich "eher" wieder für Bio entscheiden. Nur 2% - das sind zehn Landwirte in der Umfrage - würden "eher nicht" mehr auf Bio umstellen.

45% der Befragten betreiben die biologische Landwirtschaft aus Überzeugung, für sie ist Bio quasi eine Lebenseinstellung. 31% der Biolandwirte begründen ihre Wirtschaftsweise mit den Themen Umwelt, also Klima- und Naturschutz, artgerechte Tierhaltung sowie Schutz des Bodens. Betriebswirtschaftliche Gründe folgen an dritter Stelle. Jeder vierte Biolandwirt (26%) vertritt die Überzeugung, dass der Biolandbau auch wirtschaftlich rentabler oder interessanter ist. Ebenfalls wichtig ist den Biobäuerinnen und -bauern ihre eigene Gesundheit und Lebensqualität sowie jene ihrer Kinder und Enkel: 23% wollen mit Bio auf sich und nachfolgende Generationen Rücksicht nehmen. Nicht unwesentlich kommt hinzu, dass für viele Landwirte in ihrer Lage (meist Ungunstlage) Bio als einzig möglicher Weg in die Zukunft erscheint (16%).

Direktvermarktung als wichtige Absatzschiene

Auffällig ist auch der hohe Anteil an Direktvermarktern unter den Biolandwirten: 47% setzen auf Direktvermarktung ihrer Erzeugnisse, wobei für ein Fünftel (21%) die Direktvermarktung sogar "große Bedeutung" hat. "Im Vergleich zu konventionellen Betrieben ist der Anteil der Direktvermarkter bei den Biobetrieben fast doppelt so hoch. Und natürlich profitieren die Biobauern von der kontinuierlich steigenden Nachfrage nach Bioprodukten", sagt Johannes Mayr, Studienleiter und KeyQUEST-Geschäftsführer.

Bürokratie ist Hauptgrund für Ausstieg aus Bio

Sieht man sich die Bio-Skeptiker (2%) etwas genauer an, so sind es tendenziell kleinere Betriebe, die mit den Auflagen und der Bürokratie in Zusammenhang mit der biologischen Landwirtschaft zu kämpfen haben und aus aktueller Sicht die Umstellung auf Bio eher in Frage stellen.

In Summe überwiegen bei den Biolandwirten jedoch die positiven Aspekte deutlich und haben sich beim Großteil in echter Überzeugung niedergeschlagen. "Einmal Bio, immer Bio", fasst Mayr die Studienergebnisse zusammen.

Im Frühjahr 2018 wurden für die Studie 500 Betriebsführer biologisch bewirtschafteter Betriebe in ganz Österreich mit mehr als 5 ha Fläche am Telefon befragt.