Kommentar

Die Familie als Firmenmodell

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Ulrich Graf
am Donnerstag, 23.08.2018 - 09:39

Familie Rößler war Kanditat bei der Agrar-Familie 2017. Unter schwierigen Bedingungen hat sie es geschafft, einen modernen Milchviehbetrieb aufzubauen.

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Hat der Familienbetrieb eine Zukunft? Diese Frage drängt sich auf, wenn man betrachtet, wie internationale Konzerne die Wirtschaft dominieren und bei Politikern aus- und eingehen? Trotzdem lautet die Antwort „ja“. Denn die Familienbetriebe und der Mittelstand bilden nach wie vor das Rückgrat unserer Ökonomie. Und das hat seinen Grund. Dazu ein Blick über die Landwirtschaft hinaus: Niemand kommt auf die Idee, wenn bei ihm die Heizung ausfällt, beim Hersteller mit Sitz in Berlin oder Frankfurt anzurufen. Nein, der Heizungstechniker um die Ecke ist schneller und flexibler.
Damit sind wir bei den Schwächen der Großen. Wie schwere Dampfer dümpeln sie durch den Ozean der Wirtschaft. Da reicht es allein die Personalführung zu betrachten. Wenn Personalchefs von ihren Mitarbeitern sprechen, nehmen sie Begriffe wie „Humanressource“ in den Mund. Das toppt noch mancher Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzender durch absolutes Totschweigen. Sie fabulieren stundenlang über Rendite und Shareholdervalue, über die Menschen in ihren Betrieben verlieren sie aber kein Wort, denn die fallen unter die Kategorie Kosten und die will man möglichst klein halten. Das hat Folgen. Als Devise der Betroffenen gilt: „Ich mache meine Arbeit und damit aus“. Zu hinterfragen, was besser laufen könnte, macht keinen Sinn, weil ja „eh alles vorgeschrieben ist“.  Leerlauf und überflüssige Strukturen liegen in der Natur des Systems. Dem versuchen die Manager mit regelmäßigen Verschlankungskuren entgegenzutreten, die dann häufig den letzten Funken Vertrauen kosten.
Da hebt sich der Familienbetrieb wohlwollend ab. Jeder denkt und lenkt in einem eingespielten Team mit. Jeder weiß, dass es auf ihn ankommt und er sich auf den andern verlassen kann und muss. Das macht die Arbeit effizienter und auch befriedigender.