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Arbeitsrecht

Einigung auf höhere Tariflöhne

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 06.07.2021 - 10:47

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf einen neuen Landarbeiter-Tarifvertrag geeinigt. Er gilt rückwirkend ab 1. Januar 2021.

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Der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben die sogenannte Bundesempfehlung für Landarbeiter beschlossen.

Die Bundesempfehlung sieht vor allem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter der regionalen Landarbeiter-Tarifverträge bis zum 31. Dezember 2021 vor, so der GLFA. Zudem habe man sich auf die Aufnahme von Verhandlungen zu einem neuen Tarifvertrag über eine betriebliche Altersversorgung für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft verständigt. Die letzte Bundesempfehlung endete am 30. Juni 2020.

Die Löhne und Gehälter werden zum 1. Januar 2021 in den alten Bundesländern um 2,7 % und in den neuen Bundesländern um 3,1 % angehoben. Für die zurückliegenden Monate seit 1. Januar 2021 können die Erhöhungen durch eine Einmalzahlung abgegolten werden.

Mindestens 3 Prozent höhere Ausbildungsvergütungen

Für den Lohn in der untersten Lohngruppe, der für Arbeiten, die weder eine Berufsausbildung noch eine Anlernzeit erfordern, bei einer ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit von bis zu 4 Monaten geleistet wird, gilt weiterhin der gesetzlichen Mindestlohn. Die Ausbildungsvergütungen steigen um mindestens 3 %. Die Laufzeit der Bundesempfehlung endet zum 31. Dezember 2021.

Der Präsident des GLFA, Martin Empl, sieht die Bundesempfehlung als positives Signal an die Beschäftigten in der Landwirtschaft. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in vielen Sparten der Landwirtschaft würden die Löhne deutlich erhöht. Damit würden die Arbeitgeber die Arbeit ihrer Beschäftigten anerkennen und deren Engagement würdigen. In Sachen betriebliche Altersvorsorge werde ein neuer Tarifvertrag angestrebt, der Arbeitnehmern eine echte Absicherung für den Ruhestand bieten soll.

Die Tarifhoheit liegt bei den Mitgliedsverbänden des GLFA. Nunmehr komme es darauf an, die Inhalte der Bundesempfehlung zügig in regionalen Verhandlungen mit der IG BAU umzusetzen, so der Verband.