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Trockenheit

Dürreversicherung: Neue Angebote am Markt

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 08.09.2020 - 09:58

Die Vereinigte Hagel hat zwei neue Modelle für Dürreversicherungen auf den Markt gebracht. Damit haben die Landwirte nun mehr Auswahl.

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Die Vereinigte Hagel (VH) bietet ab sofort zwei neue Modelle für Dürreversicherungen an. Ihre Angebote zur Versicherung von Trockenschäden hat sie unter dem Namen FarmIndex Dürre zusammengefasst. Landwirte haben damit mehr Auswahl am Markt. Denn auch die Sparkassenversicherung, Versicherungskammer Bayern, die Münchener & Magdeburger Agrar AG sowie das Startup-Unternehmen Wetterheld.com.

Bei FarmIndex Dürre E zählt der Ertrag. Diese Variante steht laut VH für eine Entschädigung, die so genau wie möglich dem tatsächlichen Schaden auf dem Feld entsprechen soll. Sie sei damit die einzige Dürreversicherung in Deutschland, die sich an Ertragskennzahlen orientiert. Dürre ist definiert über die nutzbare Feldkapazität und berücksichtigt damit bereits auch Niederschlagsdefizite aus dem Winter. Die Höhe der Ent-schädigung hängt neben weiteren Parametern von den durchschnittlichen Landkreiserträgen der versicherbaren Kulturen ab.

Bei Pauschalmodell sind Niederschläge wichtig

Daneben gibt es das Pauschalmodell FarmIndex Dürre N. Hier zählt der Niederschlag. Diese Variante steht für eine pauschale Entschädigung ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren. Dürre wird ermittelt über ein so genanntes Niederschlagsraster des Deutschen Wetter-dienstes. Als Standort für die Niederschlagsdaten kann der Landwirt seinen Betrieb oder jeden anderen Punkt auf oder in der Nähe seiner Flächen wählen.

Ist in einem gleitenden Zeitraum von acht Wochen während der Vegetationszeit der vereinbarte Niederschlagswert auch nur einmal unterschritten, kommt es automatisch zur Auszahlung – unabhängig von Ertragsdaten.

Der versicherte Landwirt kann damit wählen, ob er eine Entschädigung möchte, die seinen konkreten Schaden so genau wie möglich abbildet und auch regionale Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, einzelne Hitzetage oder ein bereits bestehendes Niederschlagsdefizit einbezieht oder ob er lieber eine Entschädigung möchte, deren Auszahlung allein von dem gefallenen Regen während der Vegetationszeit abhängt.
 

Staatliche Beihilfen nehmen ab

Die Vereinigte Hagel ist der Auffassung, dass Landwirte selbst am besten wissen, welche Variante für ihren Betrieb und die individuellen Bedürfnisse die richtige ist. Nach ihrer Auffassung gelte es als, dass es staatliche ad hoc-Hilfen zukünftig nicht mehr geben werde. Immer mehr Bundesländer setzten deshalb auch auf eine Förderung der Mehrgefahrenversicherungslösung – sowie wie mehr als zwei Drittel aller EU-Mitgliedsstaaten.

Vor zwei Jahren zahlten Bund und Länder noch rund 340 Millionen Euro Dürrehilfe für existenzbedrohte Betriebe einmalig aus. Dieser Betrag hat laut VH jedoch nur einem Teil der Betriebe einen Teil des Schadens ersetzen können. Zudem mussten die Betriebe ihre Bilanzen und Einkommensverhältnisse soweit offenlegen, dass viele diese Hilfe gar nicht erst in Anspruch nehmen konnten oder wollten.