Ausbringtechnik

Düngeverordnung: Geplante Verschärfungen

Cultan
Veronika Fick-Haas
am Donnerstag, 12.12.2019 - 15:59

Ausbringtechnik und Einarbeitung ab 2020: So müssen Gülle und Gärreste auf bestelltes Ackerland streifenförmig aufgebracht oder direkt eingebracht werden. Für Grünland oder Feldgras gelten die Vorgaben ab 2025.

  • Ausnahmen von der bodennahen Ausbringungspflicht gibt es für Betriebe kleiner als 15 ha (nach Abzug ‚befreiter Flächen‘). So werden Hangneigungen größer als 20 % als Grenze für den Einsatz der bodennahen Ausbringtechniken im Grünland gesehen. Haben mehr als 30 % einer Fläche eine Hangneigung über 20 %, ist diese von der bodennahen Ausbringung befreit (Rücksprache mit dem Amt).
  • Für die Düngung mit Harnstoff gilt ab 2020 eine Einarbeitungspflicht innerhalb von vier Stunden. Ohne Einarbeitung ist die Ausbringung nur mit Ureasehemmern zulässig.
  • Lagerraum und Erhöhung Wirksamkeit des organischen Düngers ab 2020: Der Lagerraumbedarf erhöht sich bei Betrieben mit mehr als 3 GV/ha auf neun Monate. Dies gilt auch für flächenlose Biogasbetriebe. Eine Reduzierung ist in grünen Betrieben mit ausreichend Grünland und in Betrieben mit vertraglich vereinbarten zusätzlichen Aufbringflächen möglich. Doch Achtung: Zusätzliche Aufbringflächen müssen mit Angabe konkreter Hektarflächen vertraglich belegt sein, ein klassischer Gülleabnahmevertrag ist nicht ausreichend.
  • Bei der Düngebedarfsermittlung und Nährstoffbilanz werden die tolerierbaren Ausbringverluste des organischen Wirtschaftsdüngers reduziert, bzw. die Wirksamkeit in der Bilanz erhöht.
  • Verschärfung ab Herbst 2020: Statt der plausibilisierten Nährstoffbilanz wird die Stoffstrombilanz vermutlich für alle Betriebe größer 20 ha bzw. 50 GV Pflicht. Eine schlaggenaue Dokumentation der Düngemaßnahme soll innerhalb von zwei Tagen vorliegen.
  • Ausbringverluste bei organischen Düngemittel werden nicht mehr berücksichtigt. Bei Verwendung der emissionsarmen Ausbringtechnik wird von einer 10 % höheren Stickstoffausnutzung ausgegangen. Auch die Gewässerabstände bei Hangneigungen werden in komplexen Vorgaben angehoben.
  • Rote Gebiete: Zu erwarten ist z. B. das Verbot einer Herbstdüngung in Wintergerste, Winterraps oder bei Zwischenfrüchten ohne Nutzung. Beim N-Düngebedarf soll ein Abschlag von 20 % im Durchschnitt der roten Flächen erfolgen. Die 170 kg N/ha Grenze für organischen Dünger gilt für jeden Schlag, nicht nur im Betriebsschnitt. Die zusätzlichen Auflagen in den roten Gebieten könnten wegfallen, wenn Betriebe max. 160 kg/ha N im Durchschnitt der roten Flächen düngen, davon max. 80 kg/ha mineralisch. Dies in der Praxis umzusetzen und dabei den Überblick zu behalten, wird herausfordernd. Eine Ausnahme zur Absenkung des N-Düngebedarfs um 20 % soll für Dauergrünland gelten.