Krisenjahr

Corona, ASP und Düngeverordnung sorgen für Krisenstimmung

Corona
Hans Dreier
Hans Dreier
am Donnerstag, 31.12.2020 - 04:51

Das Jahr 2020 hatte es in sich. Viele Menschen würden es am liebsten aus ihrem Gedächtnis löschen.

Hans Dreier

Der gemeinsame Ausbruch der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest hat die Landwirtschaft in eine Krise historischen Ausmaßes gestürzt. Laufend kommen neue Meldungen, dass Schlachthöfe nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können, weil Teile der Belegschaft mit Covid-19 infiziert sind. Dort wo noch geschlachtet werden kann, stockt der Fleischabsatz, weil der Handel aufgrund der Schweinepest stark behindert ist. In den Ställen staut sich das Vieh.

Am schlimmsten aber ist: Niemand hilft. Politiker und Behörden ducken sich weg, die Medien reagieren mit Verachtung: „Schweinehalter haben unser Mitgefühl nicht verdient“, schrieb „Der Spiegel“ abfällig.

Die dritte große Belastung dieses Jahres war die erneute Verschärfung der Düngeverordung, die das Düngen in den sogenannten Roten und Gelben Gebieten stark einschränkt. Es war zwar seit langem selbstverständlich, dass nur so viel gedüngt wird, wie die Pflanzen aufnehmen. Für den flüchtigen Stickstoff, der leicht über die Luft und den Boden entweichen kann, waren bisher jedoch Zuschläge möglich, damit die benötigte Menge auch wirklich bei den Pflanzenwurzeln ankam. Weil dieser Ausgleich nun nicht mehr möglich ist, gehen die Nährstoffverluste ab sofort zulasten der Landwirte: Jedes Kilogramm Nährstoff, das verloren geht, kann nicht mehr nachgedüngt werden und fehlt den Pflanzen.

Verluste so gering wie möglich halten - aus eigenem Interesse

Schon aus eigenem Interesse müssen die Landwirte nun daran interessiert sein, die Verluste so gering wie möglich zu halten. Kein Ackerbauer kann es sich mehr leisten, Gülle nicht sofort einzuarbeiten oder im Herbst auszubringen. Damit schädigt man sich selbst am meisten. Da später nicht mehr nachgedüngt werden darf, sind Ertragseinbußen die Folge.

Wenn die Gülle komplett im Frühjahr ausgebracht und direkt in den Boden eingearbeitet werden soll, sind der Bau zusätzlicher Güllelagerbehälter und die Anschaffung aufwendiger Ausbringtechnik unvermeidlich. Es ist fast ein kleines Wunder, dass dafür im neuen Jahr nun doch noch Fördermittel bereitgestellt werden. Diesmal geizt der Staat auch nicht und gibt 40 Prozent Zuschuss für die dringend notwendigen Investitionen dazu. Die Tage bis zum Start der Antragstellung am 11. Januar sollte man für ein Vorgespräch mit der Hausbank nutzen und Angebote einholen. Jetzt heißt es: Nicht lange zögern, denn die Fördermittel sind begrenzt!