Kalamitäten

Bundesratsinitiative für Mehrgefahrenversicherung

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 18.06.2019 - 13:29

Bayern beantragt im Bundesrat zusammen mit Baden-Württemberg die Einführung einer staatlich geförderten und steuerlich begünstigten Mehrgefahrenversicherung.

„Ziel muss sein, faire und ausgewogene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es landwirtschaftlichen Betrieben erleichtert, eigenverantwortlich Vorsorge für Naturkatastrophen und extreme Wetterbedingungen treffen zu können“, sagte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Dazu müssen die Versicherungsprämien bezahlbar sein.

Bislang bietet die Versicherungswirtschaft klassische Absicherungen gegen Hagel, Starkregen oder Überschwemmungen. Selten sind Versicherungen gegen Dürre, da die Versicherungsprämien für diese meist großflächig auftretenden Schäden sehr hoch ausfallen. Die jetzt vorgeschlagenen Prämienzuschüsse für eine Mehrgefahrenversicherung, die in vielen anderen europäischen Ländern bereits existiert, orientiert sich am Beispiel Österreichs. Der Landwirt übernimmt dabei die Hälfte der Versicherungsprämie, der Bund 30 Prozent, der Freistaat 20 Prozent.

Bayern drängt zudem auf eine bundesweite Harmonisierung der Versicherungssteuer. Für das Risiko der Dürre soll statt wie bisher 19 % der Versicherungsprämie ebenfalls ein ermäßigter Steuersatz von 0,03 % gelten, entsprechend den Schadensrisiken Hagel, Sturm, Starkregen und Überschwemmungen.