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Sicherheit

Brandschutz von Fachleuten prüfen lassen

Matthias Voss/Alfred Weisz, SVLFG
am Donnerstag, 07.10.2021 - 13:41

Elektroinstallationen müssen alle vier Jahre überprüft werden. Für nicht ortsfeste elektrische Betriebsmittel gilt ein jährlicher Turnus.

Feuerwehr

Gründe für Gebäudebrände und Unfälle durch Stromschlag sind vor allem unfachmännische Verkabelungen und schlecht gewartete Elektroinstallationen. Auch elektrische Anlagen altern. Isolierstoffe werden brüchig. Alte Schraubklemmen können sich im Lauf der Zeit lösen.

Um mögliche Brandursachen rechtzeitig zu erkennen, müssen elektrische Anlagen und nicht ortsfeste elektrische Betriebsmittel regelmäßig durch eine Elektrofachkraft überprüft werden. Die Fristen hierfür regelt die Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (VSG 1.4) der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Brand kommen, hat man viel dafür getan, dass die Gebäudeversicherung den Schaden reibungslos regulieren kann.

Schäden umgehend instandsetzen

Erkennbare Mängel, wie lockere Steckdosen, kaputte Schalter oder beschädigte Kabel müssen sofort instand gesetzt werden. Grundsätzlich müssen alle nicht ortsfesten elektrischen Betriebsmittel vor jedem Einsatz auf offensichtliche Schäden untersucht werden. Sind sie schadhaft, dürfen sie bis zur fachgerechten Instandsetzung nicht weiter benutzt werden.
Die in der Elektroinstallation verbauten Fehlerstromschutzschalter müssen durch den Betreiber mindestens einmal monatlich und zusätzlich nach jedem Gewitter auf ihre Funktion geprüft werden. Dafür braucht man nur die Prüftaste betätigen.
Ob eine Betriebsstätte als feuergefährdet eingestuft wird, liegt in der Verantwortung des Betreibers. Er muss bei der Einschätzung das Baurecht, die VSG 1.1 der SVLFG sowie die DGUV-Vorschrift 1 der Unfallversicherungsträger berücksichtigen. Es bietet sich an, dafür den Rat eines Sachkundigen einzuholen.
Leitungsschutzschalter (LS) sowie Fehlerstromschutzschalter (FI, RCD) sind seit langem bekannt. Sie können Überlast und Kurzschlüsse (LS-Schalter) sowie Fehlerströme (FI, RCD) sicher abschalten. Relativ neu ist die Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (AFDD – Arc Fault Detection Device). Fehlerlichtbögen können zu einem Kabel- oder Gebäudebrand führen.

Brandschutzschalter: Einbau empfohlen

Die Norm DIN VDE 0100-420 gibt besondere Schutzmaßnahmen gegen die Auswirkungen von Lichtbögen in Endstromkreisen vor. Empfohlen wird der Einbau des Brandschutzschalters unter anderem dann, wenn Personen, Tiere und Gebäude vor Schäden oder Verletzungen durch Feuer geschützt werden müssen, das von elektrischen Anlagen verursacht wird oder das sich von dort ausbreitet.
Sinnvoll ist ein Brandschutzschalter an Orten mit Schlafgelegenheiten und besonderem Brandrisiko. Dazu zählen Ställe, Werkstätten, in denen Holzstaub entsteht, Stätten, in denen Betriebsstoffe und Fahrzeuge untergebracht sind, hohe Staubbelastung (Futtermischung) auftritt, Scheunen und andere Lagerbereiche von Stroh, Getreide, Futtermittel, Kunstdünger oder ähnlichem, Holzgebäude und Gebäude mit alter Bausubstanz.