Zuschüsse

Bauförderung startet wieder

Stallbau-Legehennen
Hans Dreier
Hans Dreier
am Donnerstag, 22.04.2021 - 15:10

Baumaßnahmen in der Landwirtschaft werden auch im Jahr 2021 vom Staat mit Zuschüssen unterstützt. Wer bei der nächsten Auswahlrunde dabei sein will, muss sich bis 12. Mai bewerben. Wir stellen die Programme näher vor.

Für die beiden Programme der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung, das Agrarinvestitions-Förderprogramm (AFP) und die Diversifizierungsförderung (DIV), können sich Landwirte heuer in zwei Antragsrunden bewerben. Anträge für die erste Runde können bis zum 12. Mai bei den örtlich zuständigen Landwirtschaftsämtern abgegeben werden. Die unmittelbar folgende zweite Antragsrunde endet dann am 1. Oktober 2021.

Im Rahmen der Investitionsförderung gewährt der Staat zur Weiterentwicklung der Betriebe direkte Zuschüsse. Die Förderung ist nicht auf die klassische Landwirtschaft begrenzt. Wer in der landwirtschaftlichen Erzeugung nicht mehr wachsen will, kann auch Zuschüsse für die Schaffung neuer Einkommensquellen (Diversifizierung) erhalten.

Sollten beim Agrarinvestitions-Förderprogamm bzw. beim Diversifizierungsprogramm mehr Förderanträge gestellt werden, als Mittel zur Verfügung stehen, muss unter den Antragstellern eine Auswahl getroffen werden. Bewertung und Auswahl erfolgen in diesem Fall nach einem Punkteverfahren.

Die Anträge werden nach Punkten sortiert und dann die Anträge mit den höheren Punktzahlen vorrangig bewilligt. Die Auswahlkriterien betreffen zum Beispiel die Erfüllung besonderer Anforderungen beim Tierschutz. Gefördert werden nur Anträge, die mindestens 70 Punkte im Auswahlverfahren erreichen.

Landwirtschaftliche Baumaßnahmen

Baumaßnahmen im klassischen Bereich der Landwirtschaft werden über das Agrarinvestitions-Förderprogramm (AFP) gefördert, also die Bereiche Erzeugung und Verarbeitung. Auch die Direktvermarktung gehört in diese Kategorie (nur Anhang-I-Produkte, z. B. Milchautomat). Für bauliche Investitionen in diesem Bereich wird ein Zuschuss von 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt.

Investitionen in der Tierhaltung werden nur für besonders tiergerechte Vorhaben gefördert. Der Zuschuss beträgt hier 25 %. Für Investitionen, die der erstmaligen Umstellung der Anbindehaltung von Milchkühen auf Laufstallhaltung dienen, wird ein Zuschlag von 15 Prozentpunkten zum oben genannten Fördersatz gewährt, sodass sich eine Gesamtförderung von 40 % ergibt. Für Investitionen in die Zuchtsauenhaltung beträgt der Fördersatz ebenfalls 40 %. Der Zuschuss zur Förderung der fachkundigen Betreuung beträgt bis zu 50 % der Betreuungskosten.

Im Zuge eines Stallbaus werden auch Wirtschaftsdüngerlager gefördert, wenn die Lagerkapazitäten für mehr als neun Monate für den Gesamtbestand an Tieren im Ziel ausreichen und die geförderten Güllegruben oder Festmistlager über eine bauliche Abdeckung verfügen. Festmistlager müssen für eine viermonatige Lagerdauer ausreichen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Investition in die Tierhaltung überwiegt.

Ausdrücklich nicht gefördert werden über das AFP

  • Bauvorhaben, die der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen, soweit sie nicht privilegiert sind.
  • Energiegewinnunganlagen sowie damit zusammenhängenden baulichen Anlagen und technischen Einrichtungen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz begünstigt werden können, sowie von Ölpressen.
  • Fahrsilos, Maschinen-, Mehrzweck- und Erntelagerhallen einschließlich deren technischer Einrichtungen.
  • Maschinen der Innen- und Außenwirtschaft.

Baumaßnahmen für neue Einkommensquellen

Baumaßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbstständiger Tätigkeit werden über die sogenannte Diversifizierungsförderung (DIV) abgewickelt. Der Zuschuss beträgt hier einheitlich 25 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Beispiel: Familie Huber möchte eine Ferienwohnung auf ihrer Hofstelle errichten. Die Baumaßnahmen und die Anschaffung der notwendigen Technik werden mit 25 % bezuschusst.

Kleine Baumaßnahmen und Hangmaschinen

Kleinere Baumaßnahmen zur Förderung des Tierwohls, die beim AFP nicht förderfähig sind, werden in einem eigenen Landesprogramm gefördert. Das Bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) ist ganzjährig geöffnet, Anträge können also noch bis 31. Dezember 2021 gestellt werden. Eine Förderung ist ab Investitionen von 5000 € möglich.

Beim Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft beträgt der Zuschuss bis zu 25 %, für Investitionen zur Verbesserung des Tierwohl werden bis zu 30 % gewährt. Die Förderung ist begrenzt auf zuwendungsfähige Ausgaben von 100.000 € und einen Zuschussbetrag von 25.000 € je Zuwendungsempfänger (bei Tierwohlmaßnahmen außer erstmalige Umstellung 30.000 €). Bei einer erstmaligen Umstellung auf Laufstallhaltung für Milchvieh erhöht sich die Förderung auf maximal 150.000 € zuwendungsfähige Ausgaben und einen Zuschussbetrag von maximal 45.000€.

Das Landesprogramm unterstützt zum Beispiel den Neubau von Tierausläufen oder den Stallumbau bei Betrieben, die sich in Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise befinden, um den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung gerecht zu werden. Bestimmte Investitionen in der Schweinehaltung zur Verbesserung des Tierwohls sind ebenfalls förderfähig.

Förderfähig sind auch Spezialmaschinen und -geräte zur Bewirtschaftung von Steillagen im Berggebiet mit vergleichbar schwerer Bewirtschaftung. Gefördert werden außerdem Saat- und Pflanzgutaufbereitungsanlagen sowie Heutrocknungsanlagen auf Basis regenerativer Energien sowie Investitionen zur Vermeidung von Unwetter- und Insektenschäden im Obst-, Garten-, Wein- und Sonderkulturbau sowie zur Anpassung an den Klimawandel (Wasserbevorratung). Bei Investitionen in Saatgutaufbereitungsanlagen, chemiefreie Beikrautregulierung, Multiphasenfütterungsanlagen und Witterungsschutzeinrichtungen betragen die zuwendungsfähigen Ausgaben maximal 50.000 €.

Wofür gibt es beim AFP Punkte?

Persönliche Kriterien

  • Junglandwirtin/Junglandwirt (33 Punkte)
  • Erfolgreiche berufliche Abschlussprüfung (35 Punkte) oder
  • Weiterbildung (50 Punkte)

Charakter der Investition

  • Vorhaben mit hoher Öffentlichkeitswirksamkeit (10 Punkte)
  • Investitionen in Vorhaben der Verarbeitung und Vermarktung von Anhang-I-Erzeugnissen (40 Punkte)
  • Investitionen in Milchviehställe und erstmalige Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung bei Milchkühen (66 Punkte)
  • Investitionen in die Zuchtsauenhaltung oder die Ferkelaufzucht (66 Punkte)
  • Investitionen in Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität bei Stallbauten für Schafe, Ziegen oder Mutterkühe bzw. in Tretmistställe (63 Punkte)
  • Investitionen in die Erzeugung von Produkten mit einer ungünstigen Versorgungssituation (39 Punkte)
  • Stallbauvorhaben für die im Genehmigungsverfahren keine Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet wurde (30 Punkte)

Umwelt-/ Klimaschutz

  • Investitionen zur Wärmenutzung aus Biomasse oder Solarenergie (10 Punkte)
  • Investition in Festmistverfahren (40 Punkte)
  • Ausführung in Holzbauweise (43 Punkte)
  • Auslaufhaltung in Verbindung mit Investitionen in mobile Stalleinheiten für Geflügel (60 Punkte).

Tierwohl

  • Möglichkeit zum Weidegang (10 Punkte)
  • Investitionen in der Schweinehaltung in Stallungen mit Außenklimareizen (40 Punkte)
  • Investitionen in Schweinemast- und Ferkelaufzuchtställe mit strukturierten Buchten (34 Punkte)
  • Tierausläufe (40 Punkte)