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Steuerrecht

Ausgleichsflächen: Verteilung der Einnahmen möglich

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BLW
am Dienstag, 28.12.2021 - 08:37

Bauherren und Landwirten können Ersatzflächenpools für versiegelte Flächen einrichten. Wie sind diese zu besteuern?

Bebaut jemand eine Fläche und versiegelt sie damit, muss er aus Naturschutzgründen für Ausgleichsflächen sorgen. Deshalb richten Bauherren mit Landwirten Ersatzflächenpools ein. Landwirte bekommen dann Geld dafür, dass sie die Ausgleichsflächen nach einem naturschutzrechtlichen Konzept pflegen und bewirtschaften. Wie wirken sich diese Einnahmen auf den Gewinn aus?

Bisher waren Einnahmen sofort zu versteuern

Der sich verpflichtende Landwirt muss für mehrere Jahre für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Ausgleichsflächen sorgen. Dafür bekommt er schon im Voraus Geld für die gesamte Laufzeit des Vertrags. Muss er diese Betriebseinnahme bereits bei Erhalt der Zahlung in voller Höhe versteuern?
Laut BMF-Schreiben vom 3. 8. 2004 mussten Landwirte mit Gewinnermittlung durch Einnahmeüberschussrechnung die Einnahmen aus Ausgleichsflächen sofort versteuern. Landwirte, die ihren Gewinn nach Durchschnittssätzen ermitteln (13a-Betriebe), mussten die Einnahmen aus der Überlassung landwirtschaftlicher Flächen nicht gesondert versteuern, da diese mit dem Grundbetrag (350 €/ha) abgegolten waren.
Die Finanzverwaltung hat nun ihre Ansicht geändert (BMF-Schreiben vom 11. 10. 2021). Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2019. Jetzt gilt für Einnahmenüberschussrechner: Landwirte, die im Voraus eine Zahlung für einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren erhalten, dürfen die Betriebseinnahme über die gesamte Vertragsdauer verteilen. Voraussetzung ist, dass sie die Flächen für einen zeitlich bestimmbaren Zeitraum überlassen.

Für 13a-Betriebe ist die Neuregelung ungünstig

Für 13a-Betriebe hat sich die Situation verschlechtert: Die Finanzverwaltung setzt die erhaltenen Zahlungen aus der Flächenüberlassung nun als zusätzliche Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung an. Sie wird in Zukunft allerdings den Grundbetrag von 350 € für diese Flächen nicht mehr ansetzen.
Denn: Die Flächen gelten nicht mehr als selbst bewirtschaftet. Genauso wie bei der Einnahmenüberschussrechnung dürfen Landwirte mit einem 13a-Betrieb Vorauszahlungen für einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren aber ebenfalls über die gesamte Laufzeit des Vertrags verteilen.
Für 13a-Betriebe gilt bei Forstflächen eine Ausnahme. Für diese müssen Landwirte den Gewinn immer zwingend unter Abzug pauschaler Betriebsausgaben ermitteln (§ 51 EStDV).