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Entschädigung

Ausgleich für Kormoran- und Biberschäden möglich

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 04.08.2021 - 12:41

Bis zu 100 Prozent Entschädigung für Schäden durch Kormorane, Grau- und Silberreiher, Fischotter oder Biber sind jetzt möglich. Bayern zahlt bereits für Biber- und Fischotterschäden.

Kormoran-Fisch

Teichwirte können nun einen finanziellen Ausgleich für Schäden erhalten, die durch geschützte Arten wie Kormoran, Grau- und Silberreiher, Fischotter oder Biber verursacht werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat gemeinsam mit den Bundesländern eine Rahmenrichtlinie erarbeitet. Die Europäischen Kommission hat sie jetzt genehmigt.

Damit ist möglich, Binnenfischern, Betreibern von Aquakulturen und der kleinen Küstenfischerei Schäden von bis zu sieben Millionen Euro zu ersetzen, teilt das BMEL mit.

Laut BMEL können die Länder im Falle eines konkreten Schadens schnell und zielgerichtet Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Für Schäden, die unmittelbar durch geschützte Tiere verursacht werden, sieht die neue Richtlinie in der Binnenfischerei- und Aquakultur einen Ausgleich von bis zu 100 Prozent vor. Bei Vorhaben im Zusammenhang mit der kleinen Küstenfischerei sind es bis zu 50 Prozent.

Laut Landwirtschaftsministerium in München wird eine Entschädigung für Schäden durch Kormorane sowie Grau- und Silberreiher geprüft. Ausgleichszahlungen für Biberschäden könnten Teichwirte  dagegen schon seit mehreren Jahren über das Umweltministerium und für Fischotterschäden über das Agrarministerium beantragen.

Kormorane fangen so viel wie Berufsfischer

 Die Ausgleichszahlungen dienen dem Erhalt der Binnenfischerei und der kleinen Küstenfischerei sowie der Aquakultur, die hauptsächlich von Familienbetrieben als Kleinst- und Kleinunternehmen erwerbsmäßig betrieben werden. Die Richtlinie gilt bis Ende des Jahres 2026.

Bundesministerin Julia Klöckner sieht in der Ansiedlung geschützter Arten eine Bereicherung für Deutschlands Ökosysteme. Gleichzeitig habe die Zahl der Schäden in der Fischerei und Aquakultur dadurch deutlich zugenommen. Die Einbußen für die Betroffenen seien drastisch, teils existenzbedrohend. So hat sich laut BMEL etwa die Zahl der Kormorane in den vergangenen 25 Jahren verzwanzigfacht. „Sie fangen in Deutschland mittlerweile mehr als 20.000 Tonnen Fisch pro Jahr – etwa genauso viel wie die Berufs- und Angelfischer,“ stellt Klöckner fest.